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Leipzig : Zweiter Rocker nach Schießerei in Haft

  • -Aktualisiert am

Abgesperrter Tatort nach der Schießerei im Osten Leipzigs. Bild: dpa

Nach der tödlichen Schießerei zwischen zwei Rocker-Gruppen wurde Haftbefehl gegen einen zweiten Verdächtigen erlassen. Unterdessen geht die Polizei massiv gegen die Leipziger Rockerszene vor - auch aus Angst vor Racheakten.

          Nach der tödlichen Auseinandersetzung zweier Rocker-Gruppen in Leipzig am vergangenen Samstag hat die Staatsanwaltschaft Leipzig am Dienstagabend einen zweiten Haftbefehl erwirkt. Gegen einen 33 Jahre alten Mann, der sich am Montag der Polizei gestellt hatte, werde wegen des dringenden Tatverdachts des gemeinschaftlichen Mordes sowie des versuchten gemeinschaftlichen Mordes ermittelt, teilte Oberstaatsanwalt Ricardo Schulz mit. Aus den gleichen Gründen sitzt bereits seit Sonntag ein 30 Jahre alter Mann in Untersuchungshaft.

          Stefan Locke

          Korrespondent für Sachsen und Thüringen mit Sitz in Dresden.

          Nach bisherigen Erkenntnissen war es am Samstagnachmittag in der Leipziger Eisenbahnstraße zu Gewalt zwischen Mitgliedern zweier Rocker-Clubs gekommen. Dabei sollen Mitglieder der Hells Angels mehrere Schüsse auf Mitglieder der United Tribuns abgeben haben, wodurch drei Männer im Alter zwischen 27 und 34 Jahren verletzt wurden. Ein 27 Jahre alter Mann war später im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen erlegen.

          Insgesamt hatte die Polizei am Samstag 14 Personen vorläufig festgenommen, 13 von ihnen jedoch wieder auf freien Fuß gesetzt. Laut Schulz werde gegen sie wegen besonders schweren Landfriedensbruchs sowie gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Unterdessen reagierte die Polizei auf die Gewalt mit einer Großrazzia im Leipziger Clubhaus der Hells Angels, darüber hinaus patrouillierten schwer bewaffnete Beamte an den Ausfallstraßen der Messestadt. Befürchtungen, wonach Mitglieder der United Tribuns oder andere Rocker-Clubs Rache nehmen könnten, bestätigten sich bisher jedoch nicht. „Von unserem Club wird es keine Racheaktionen geben, denn diese Gewalt bringt nichts“, zitierte die „Dresdner Morgenpost“ ein führendes Mitglied der United Tribuns, das extra aus München nach Leipzig angereist war. Zugleich beschwerte sich der Mann über die verlotternden Sitten in seiner Branche. Es sei „ein Armutszeugnis, wenn Rocker heute keine Eier mehr haben und Waffen ziehen, anstatt ihre Fäuste zu benutzen“.

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