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Zwei Tote : Geiseldrama im Nasa-Kontrollzentrum

  • Aktualisiert am

Polizisten patrouillieren vor dem evakuierten Gebäude Bild: AP

Auf dem Gelände des Nasa-Kontrollzentrums in Houston hat ein Weltraum-Ingenieur einen Kollegen erschossen und sich anschließend selbst das Leben genommen. Wie der Täter trotz der Sicherheitskontrollen eine Waffe mit auf das Gelände nehmen konnte, blieb bislang unklar.

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          Auf dem Gelände des Nasa-Kontrollzentrums in Houston hat ein Weltraum-Ingenieur einen Kollegen erschossen und sich anschließend selbst das Leben genommen. Eine weitere Geisel des Täters blieb dagegen unverletzt, wie die Polizei mitteilte. Das Motiv des Täters sei noch unklar. „Offenbar gab es irgendeinen Streit zwischen dem Verdächtigen und dem Opfer“, sagte Polizeichef Harold Hurtt. Die Gewalttat dürfte angesichts des jüngsten Universitätsmassakers von Virginia die Debatte über strengere Waffengesetze in den Vereinigten Staaten weiter anfachen.

          Das Geiseldrama hatte begonnen, als der Täter Bill Phillips ein Gebäude auf dem weitläufigen Nasa-Gelände betrat und mit einer Waffe umherfuchtelte, wie die Polizei weiter mitteilte. Kurz darauf seien mindestens zwei Schüsse gefallen. Der Mann habe sich anschließend in einem Raum verbarrikadiert. Das Gebäude sei evakuiert worden; ein Sondereinsatzkommando der Polizei sei in Stellung gegangen.

          Trotz Sicherheitskontrolle hatte der Täter eine Waffe

          Die Einsatzkräfte hätten daraufhin einen weiteren Schuss gehört und den Raum gestürmt, wo sie die getötete Geisel und den Täter mit einem Kopfschuss vorgefunden hätten, erklärte Polizeisprecher Dwayne Ready. Zuvor war noch von einem Schusswechsel mit dem Täter die Rede gewesen. Die zweite Geisel, eine Frau, sei ohne größere Verletzungen in Sicherheit gebracht worden. Auf einem Tisch habe Phillips eine Liste mit Namen und Telefonnummern hinterlassen, mit deren Hilfe Angehörige schneller von seinem Tod informiert werden sollten.

          Wie der Geiselnehmer seine Waffe durch die Sicherheitskontrolle schmuggelte, bleibt unklar

          Unklar blieb, woher der Täter trotz der Sicherheitskontrollen der NASA seine Waffe hatte. Der 60-Jährige war nach Angaben der Zeitung unverheiratet und kinderlos. Er habe weitgehend unauffällig gelebt.

          „Bis jetzt war er stets ein guter Angestellter“

          „Natürlich haben wir nie gedacht, dass so etwas passieren könnte“, sagte der Chef des Johnson Space Center, Michael Coats. Der Täter habe bereits seit zwölf Jahren im Auftrag der Zulieferfirma Jacobs Engineering bei dem Nasa-Zentrum gearbeitet. „Bis jetzt war er stets ein guter Angestellter“, sagte Coats über Phillips. Im Johnson Space Center sind die Einsatzleitung und das Ausbildungszentrum für die Astronauten der Nasa angesiedelt.

          Nasa-Sprecher Doug Peterson kündigte an, die Raumfahrtbehörde werde ihre Sicherheitsmaßnahmen gründlich untersuchen. Erst vor wenigen Tagen sei anlässlich des Massakers in Virginia die Sicherheit überprüft worden. Bisher reichte es, wenn Mitarbeiter bei der Einfahrt in das Space Center ihren Ausweis zeigten. Mit dem Ausweis bekommen sie auch Zugang zu bestimmten Gebäuden.

          Diskussion um schärfere Waffengesetze

          Während des Geiseldramas wurden die Straßen zum Johnson Space Center gesperrt. In einer nahe gelegenen Mittelschule blieben Schüler und Lehrer nach Schulschluss vorsorglich im Gebäude. Die Türen zum Kontrollzentrum waren routinemäßig abgesperrt. Präsident George W. Bush wurde über die Lage informiert, wie die Sprecherin des Weißen Hauses, Dana Perino mitteilte.

          Erst vor wenigen Tagen hatte ein Amokläufer an einer Universität im amerikanischen Bundesstaat Virginia 32 Menschen erschossen und sich anschließend selbst gerichtet. Die Tat löste im ganzen Land Fassungslosigkeit und Entsetzen aus. Forderungen nach strengeren Waffengesetzen wies die Regierung von Präsident George W. Bush allerdings zurück. Im jüngsten Fall hatte Phillips nach Angaben der Polizei seine Tatwaffe vor etwa einem Monat in einem örtlichen Waffenladen gekauft.

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