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Festnahmen in Madrid : Ankläger wollten die Infantin erpressen

  • -Aktualisiert am

Das Blatt könnte sich wenden: Wegen Beihilfe zu Steuerbetrug drohen Christina von Bourbon bis zu acht Jahre Haft. Nun könnte sich das Blatt wegen eines Erpressungsversuchs wenden . Bild: AP

Eine rechtsextreme Organisation wollte von der spanischen Infantin Cristina angeblich drei Millionen Euro erpressen. Als Gegenleistung bot sie die Rücknahme einer Klage wegen Steuerbetrugs an.

          Miguel Bernad, der Generalsekretär der rechtsextremen spanischen Organisation „Manos Limpias“ (Saubere Hände), ist unter dem Verdacht festgenommen worden, die Infantin Cristina von Bourbon erpressen zu wollen. Die Organisation, die sich als „Gewerkschaft“ bezeichnet, fungiert in dem Korruptionsfall Nóos als Anklägerin, und wirft Cristina Steuerdelikte vor. Die spanische Staatsanwaltschaft sah jedoch keinen Grund für eine Anklage und hatte sich vor dem Gericht in Palma dagegen ausgesprochen.

          Wie Cristinas Rechtsanwalt Miquel Roca angab, wurde er vor einigen Wochen von Unterhändlern von „Manos Limpias“ angesprochen, die für eine Rücknahme der Klage 3 Millionen Euro verlangt hätten. Er habe dies abgelehnt und bei der Polizei Anzeige erstattet. Cristina, die Schwester des Königs Felipe VI., wäre automatisch freigesprochen worden, wenn die Organisation, die als „Volksanklägerin“ auftritt, ihre Klage zurückgezogen hätte.

          Außer Bernad wurde auch noch ein mutmaßlicher Komplize festgenommen. Beiden war es angeblich bei anderen Gerichtsverfahren gelungen, für „Manos Limpias“ und eine zweite Organisation namens „Ausbanc“, welche vorgeblich die Interessen von Bankkunden vertritt, größere Summen zu erpressen.

          Spezialisiert auf medienträchtige „Volksanklagen“

          Bernad hat eine Vorgeschichte als Aktivist in rechtsradikalen Gruppen und hat sich in den vergangen Jahren auf medienträchtige „Volksanklagen“ spezialisiert. Mit seiner Rolle in dem Fall der Infantin befasst sich nun ein Ermittlungsrichter des Nationalen Gerichtshofes in Madrid.

          Im Palma wird derweil in der kommenden Woche der Prozess gegen die Nóos-Angeklagten, darunter den Hauptbeschuldigten und Ehemann der Infantin, Iñaki Urdangarin, fortgesetzt. Ihm droht eine langjährige Haftstrafe wegen Missbrauchs öffentlicher Mittel in Höhe von mehr als 6 Millionen Euro mittels der ursprünglich als „gemeinnützig“ ausgegebenen Stiftung Nóos.

          Die Vertreterin von „Manos Limpias“, die Rechtsanwältin Virginia López Negrete, distanzierte sich derweil von den Festgenommenen. Sie versicherte zugleich, dass sie „saubere Hände“ habe und ihre Arbeit vor Gericht fortsetzen wolle.

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