https://www.faz.net/-gum-aciqk

iPhone- und Google-App : Zugang zu Telegram-Kanälen von Attila Hildmann gesperrt

  • Aktualisiert am

Attila Hildmann im vergangenen Sommer in Berlin Bild: dpa

Die Kanäle von Attila Hildmann auf der Plattform Telegram, über die er seit Monaten rechtsextreme Propaganda verbreitet, sind für viele Nutzer nicht mehr erreichbar. Unklar ist noch, wer für die Sperrung verantwortlich ist.

          2 Min.

          Der bekannte Rechtsextremist Attila Hildmann hat einen Großteil seiner Reichweite verloren. Zwei Kanäle von ihm auf der Plattform Telegram, über die er seit Monaten antisemitische Propaganda verbreitet, sind seit Dienstag über die Telegram-App auf Apple- und auf vielen Android-Geräten nicht mehr erreichbar. Die Kanäle existieren aber weiterhin, auf iPhones ist die Vorschau der aktuellsten Nachricht noch zusehen. Erst wenn man die Kanäle betritt, wird man darüber informiert, dass sie „auf diesem Gerät“ nicht angezeigt werden könnten. Die Kanäle sind auch über Desktop-Browser nicht mehr direkt erreichbar, über die Desktop-App für Windows waren sie am Mittwochvormittag allerdings weiterhin abrufbar.

          Laut dem Redaktionsnetzwerk Deutschland betrifft der Schritt Telegram-Apps, die in den offiziellen Appstores von Apple und Google heruntergeladen worden sind. Ein Google-Pressesprecher teilte allerdings mit, das Unternehmen habe den Zugang zu Hildmanns Kanälen in der App nicht selbst gesperrt: „Vermutungen darüber, dass Google den Zugang zu einem persönlichen Kanal innerhalb der über Google Play bezogenen Telegram-App gesperrt hätte, sind falsch. Ein derartiger Eingriff kann nicht von Google vorgenommen werden." Ein Apple-Sprecher wollte sich zu dem Fall gegenüber der F.A.Z. nicht äußern, verwies aber auf die Apple-Richtlinien. In diesen Richtlinien wird festgehalten, an welche Regeln sich App-Betreiber halten müssen. Auf die Frage, ob er es ausschließen könne, dass Apple gegen den Hildmann-Kanal vorgegangen sei, wollte der Sprecher ebenfalls nicht antworten. Er dementierte das jedoch auch nicht.

          Es ist deshalb denkbar, dass Apple und Google Druck auf Telegram ausgeübt haben, und Telegram daraufhin den Zugang zu Hildmanns Kanälen auf bestimmten Endgeräten eingeschränkt hat, um nicht gegen entsprechende Richtlinien zu verstoßen. Apps, die über die Stores von Google und Apple heruntergeladen werden, müssen eigentlich sicherstellen, dass zum Beispiel antisemitische Beiträge und Gewaltaufrufe gelöscht werden. Nach dem gewaltsamen Sturm auf das Kapitol hatten Google und Apple im Januar die bei Trump-Anhängern beliebte App Parler vorübergehend völlig aus ihren App-Stores verbannt.

          Grundsätzlich ist Telegram dafür bekannt, kaum gegen Hasspropaganda und Gewaltaufrufe vorzugehen. Deswegen ist die Plattform bei Rechtsradikalen und Verschwörungstheoretikern beliebt. Die Plattform hat ihren Sitz laut eigenen Angaben in Dubai, auf der Homepage fehlt das Impressum, Anfragen an Konten auf Telegram oder Twitter bleiben unbeantwortet. Auch für die deutschen Behörden ist die Plattform kaum erreichbar. Dasselbe gilt aktuell für Attila Hildmann: Der Rechtsextremist hat sich vor Monaten in die Türkei abgesetzt, ein Haftbefehl wegen des dringenden Verdachts der Volksverhetzung kann deshalb nicht vollstreckt werden.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.