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Prozess in Freiburg : „Ich fühle mich, als hätte ich keine Ehre mehr“

Mitte Oktober 2018 wurde eine 18-Jährige nachts in einem Gebüsch vor einer Diskothek von mehreren Männern vergewaltigt. Bild: dpa

In dem Prozess um eine Gruppenvergewaltigung in Freiburg werden immer mehr Details über die Tat bekannt. Audiodateien, die das Opfer nach der Tat versendete, wurden als Beweisstücke vorgeführt.

          In dem Strafprozess zur Aufklärung einer seriellen Vergewaltigung vor einer Freiburger Diskothek im vergangenen Oktober hat eine Zeugin die Darstellung der Anklage bestätigt. Die Taten seinen „unfassbar“ gewesen, ihre Freundin habe ihr noch in der Tatnacht von den Vergewaltigungen erzählt, sagte die 20 Jahre alte Freundin der 18 Jahre alten Studentin, die von elf Männern mehrfach vergewaltigt worden sein soll.

          Rüdiger Soldt

          Politischer Korrespondent in Baden-Württemberg.

          Am Donnerstag hatte ein Ermittler der Freiburger Kriminalpolizei mit Hilfe von Fotos und Audioaufnahmen belegen können, dass der orale und vaginale Geschlechtsverkehr höchstwahrscheinlich nicht einvernehmlich stattgefunden haben kann: Die Studentin habe an den Oberarmen Hämatome gehabt, was darauf hindeute, so der Polizist, dass die mutmaßlichen Täter sie während ihrer Taten festgehalten hätten. Die Audiodateien enthielten zwei Mitteilungen der Opfers: „Womit hat man das verdient?“ Und: „Ich fühle mich, als hätte ich keine Ehre mehr.“

          Öffentlichkeit weiter ausgeschlossen

          Bei den elf mutmaßlichen Tätern handelt es sich größtenteils um aus Syrien stammende Flüchtlinge; nur der Angeklagte Timo P. ist in Deutschland geboren und aufgewachsen. Nur P. ließ sich in der Hauptverhandlung bislang zu den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft ein. Am Mittwoch hatte er behauptet, dass der Sex „einvernehmlich“ gewesen sei. Die Frau habe draußen vor der Diskothek in einem Wäldchen gelegen und sei ihm „an die Hose“ gegangen.

          Kurze Zeit später sei er in die Diskothek zurückgegangen und habe seiner Freundin das „Fremdgehen“ gestanden. Sie habe ihm verziehen, mit ihr wolle er nun bald „Kinder machen“. Fast alle Angeklagten haben keine Berufsabschlüsse und sind vor der Tat durch Drogenmissbrauch aufgefallen. Am Freitag entschied das Gericht, auch bei den Plädoyers die Öffentlichkeit auszuschließen.

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