https://www.faz.net/-gum-9cip5

Zehn Verletzte in Lübeck : Mutmaßlicher Täter schweigt zu den Vorwürfen

  • Aktualisiert am

Einsatzkräfte stehen vor einem Bus (halb verdeckt) im Lübecker Stadtteil Kücknitz, in dem ein Fahrgast Mitreisende mit einem Messer attackiert hatte. Bild: dpa

Im Lübecker Stadtteil Kücknitz hat es nach einer Gewalttat mit einer Stichwaffe in einem Linienbus zehn Verletzte gegeben. Der mutmaßliche Täter wurde festgenommen – die Polizei nennt erste Details zur Identität des Mannes.

          2 Min.

          Bei einer Gewalttat in einem Linienbus sind am Freitag in Lübeck zehn Menschen verletzt worden. Nach Angaben des Polizei-Lagezentrums haben mindestens drei von ihnen schwere Verletzungen erlitten, sagte eine Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur. Wie die Polizei auf Twitter mitteilte, konnte der mutmaßliche Täter bereits festgenommen werden. Die Umgebung an einer Bushaltestelle im Stadtteil Kücknitz wurde weiträumig abgesperrt.

          Die Tatwaffe war nach Polizeiangaben ein Stichwerkzeug. Die Lübecker Oberstaatsanwältin Ulla Hingst bestätigte gegenüber dem NDR, dass es sich um ein Messer handelte. Der genaue Tatablauf sei nun Gegenstand der Ermittlungen. Die Polizei sei um 13.47 Uhr alarmiert worden, der Bus sei voll besetzt gewesen.

          Die „Lübecker Nachrichten“ zitieren einen Augenzeugen, demzufolge ein Passagier plötzlich ein Messer zog und andere Personen im Bus attackierte. Der Busfahrer soll daraufhin gestoppt und die Türen des Busses geöffnet haben, damit die Passagiere fliehen konnten. Ein Streifenwagen, der zufällig in der Nähe war, soll auf das Geschehen aufmerksam geworden sein.

          Identität des Angreifers ist geklärt

          Fahrgäste sollen den Täter überwältigt haben. Das sagte Hingst der Deutschen Presse-Agentur. Der Kampfmittelräumdienst sei im Einsatz, um einen verdächtigen Rucksack in dem Bus zu untersuchen. Die „Lübecker Nachrichten“ hatten zunächst berichtet, der Täter habe einen qualmenden Rucksack im Bus zurückgelassen, der unmittelbar gelöscht werden konnte.

          Die Polizei gab erste Informationen zur Identität des Mannes auf Twitter bekannt. Demnach handelte es sich um einen 34 Jahre alten deutschen Staatsbürger mit Wohnsitz in Lübeck. Laut Oberstaatsanwältin Hingst ist der Mann in Iran geboren, hat aber schon seit vielen Jahren die deutsche Staatsbürgerschaft. Er lebt in Lübeck. Weitere Angaben zu seinem Werdegang machte sie zunächst nicht. Es sei nicht bekannt, dass der Mann politisch radikalisiert sei und ein terroristisches Motiv bei der Attacke dahinterstehe.

          Bislang habe der mutmaßliche Täter die Aussage zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen verweigert. „Der Tatverdächtige hat sich bisher zu den Vorwürfen nicht eingelassen“, sagte Hingst am Freitag. Der Mann sollte voraussichtlich am Samstagvormittag einem Haftrichter vorgeführt werden. Die Staatsanwaltschaft will einen Haftbefehl wegen versuchter vorsätzlicher Brandstiftung, gefährlicher Körperverletzung und Körperverletzung gegen den 34-Jährigen erwirken.

          Die Polizei ruft zudem Zeugen auf, sich zu melden. Viele Fahrgäste hätten den Tatort verlassen, bevor die Beamten ihre Personalien hätten aufnehmen können.

          Nach der Gewalttat sagte Schleswig-Holsteins Innenminister Hans-Joachim Grote (CDU) seine Teilnahme an der Eröffnung der Travemünder Woche am Freitagabend ab. Stattdessen machte er sich auf den Weg ins Lagezentrum der Polizei nach Lübeck, um sich ein Bild von den Geschehnissen zu machen.

          Weitere Themen

          Frachter vor Mauritius auseinandergebrochen

          Öl-Katastrophe : Frachter vor Mauritius auseinandergebrochen

          Der aufgelaufene Frachter bescherte Mauritius die schlimmste Öl-Katastrophe, die der Inselstaat je erlebt hat. Nun hat es das Schiff in zwei Teile zerrissen. 1000 Kilometer vor der Küste soll der Bug versenkt werden.

          Den Partys soll der Strom abgedreht werden

          Los Angeles : Den Partys soll der Strom abgedreht werden

          Weil die Corona-Zahlen steigen, will Los Angeles mit drastischen Maßnahmen auf ausufernde Feiern reagieren. Die „Nachtclubs in den Hügeln“ erklärt der Bürgermeister zur Gefahr für die Öffentlichkeit.

          Topmeldungen

          Kommt es zum neuen Kalten Krieg zwischen China und den Vereinigten Staaten?

          Amerika gegen China : Ein Planet – zwei Welten

          Internet, Finanzsystem und Forschung: Wie im Kalten Krieg droht die Welt wieder in zwei Blöcke zu zerfallen. Wie sich das anfühlen würde, wird immer greifbarer.
          „Monte Kali“: Die Abraumhalde bei Heringen im hessisch-thüringischen Grenzgebiet

          Kalisalzabbau in Thüringen : Der salzigste Fluss Europas

          Die Entsorgung von Abwasser aus dem Kalibergbau in Werra und Weser sollte längst vorbei sein. Aber der Bergbaukonzern K+S beantragt immer wieder eine Verlängerung – sehr zum Ärger Thüringens.
          Pep Guardiola kämpft mit Manchester City gegen Olympique Lyon um den Einzug ins Champions-League-Halbfinale  Dort wartet auf den Sieger der FC Bayern.

          Champions League im Liveticker : Wer wird Bayerns Halbfinal-Gegner?

          Im letzten Viertelfinale der Champions-League trifft Pep Guardiola mit Manchester City auf Juve-Bezwinger Olympique Lyon. Kommt es im Halbfinale zu einem Wiedersehen Guardiolas mit den Bayern? Verfolgen Sie das Spiel im Liveticker.

          Öl-Katastrophe : Frachter vor Mauritius auseinandergebrochen

          Der aufgelaufene Frachter bescherte Mauritius die schlimmste Öl-Katastrophe, die der Inselstaat je erlebt hat. Nun hat es das Schiff in zwei Teile zerrissen. 1000 Kilometer vor der Küste soll der Bug versenkt werden.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.