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FBI-Statistik : Zahl der „Hate Crimes“ in Amerika nimmt weiter zu

  • -Aktualisiert am

Eine Frau wurde bei der Amokfahrt in Charlottesville getötet, beinahe 40 Personen wurden verletzt. Bild: AFP

Die Zahl der Straftaten, die durch Hautfarbe, Herkunft, Religion oder sexuelle Orientierung der Opfer motiviert wurden, ist in Amerika gestiegen. Allein bei Verbrechen gegen Juden registrierte das FBI einen Anstieg von fast 37 Prozent.

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          In den Vereinigten Staaten ist die Zahl angezeigter Hassverbrechen abermals gestiegen. Die amerikanische Bundespolizei FBI registrierte für 2017 das dritte Jahr in Folge eine Zunahme von Straftaten, die durch Hautfarbe, Herkunft, Religion oder sexuelle Orientierung der Opfer motiviert wurden. Insgesamt zählte das FBI für 2017 mehr als 7100 sogenannte Hate Crimes, 17 Prozent mehr als im Vorjahr. Zu den Hassverbrechen gehörte etwa der Tod einer 32 Jahre alten Frau, die im August 2017 bei einem Aufmarsch Rechtsextremer in Charlottesville im Bundesstaat Virginia von einem Neo-Nazi überfahren wurde. Einige Monate zuvor hatte ein Fahrgast in einem Nahverkehrszug in Portland im Bundesstaat Oregon zwei Passagiere erstochen, die einer muslimischen Frau zur Hilfe kamen, als der Fahrgast sie wegen ihres Hijabs beleidigte.

          Laut FBI waren drei von fünf Hassverbrechen des Jahres 2017 durch Herkunft oder Zugehörigkeit zu einer ethnischen Gruppe motiviert. Zudem kam es immer wieder wegen Religion und sexueller Orientierung zu Übergriffen. Jedes fünfte Opfer wurde aus einem religiösen Grund angegriffen, etwa jedes sechste wegen seiner sexuellen Identität. Allein bei Verbrechen gegen Juden und jüdische Einrichtungen registrierte das FBI einen Anstieg von fast 37 Prozent. „Eines der Hauptanliegen des Justizministeriums ist das Eindämmen von Gewalt, und Hassverbrechen sind Gewalt. Sie stellen eine Verletzung uramerikanischer Werte dar“, sagte der geschäftsführende Justizminister Matthew Whitaker.

          Neben dem angespannten politischen Klima in den Vereinigten Staaten nannten Beobachter das häufigere Anzeigen von „Hate Crimes“ durch Polizei und Justizbehörden als Grund des drastischen Anstiegs. Im Jahr 2016 hatten lediglich 15.000 Stellen ihre Daten an die Bundespolizei weitergeleitet. 2017 gaben mehr als 16.000 kommunale Polizeibehörden Informationen über angezeigte Hassverbrechen wie Vandalismus, Vergewaltigung und Mord weiter. Nach einer Studie der California State University in San Bernardino waren Großstädte besonders anfällig für Hassverbrechen. In den sechs größten Städten des Landes, unter ihnen New York, Los Angeles und Chicago, nahm die Zahl angezeigter Straftaten wegen Hautfarbe, Religion und sexueller Orientierung durchschnittlich um mehr als 22 Prozent zu.

          In Phoenix, mit etwa 1,6 Millionen Bewohnern die fünftgrößte Stadt der Vereinigten Staaten, registrierte die California State University einen Anstieg um fast 46 Prozent. Die Hauptstadt des Bundesstaats Arizona gehört zu den wenigen Großstädten des Landes, deren Polizei eine Abteilung für Vorurteilskriminalität eingerichtet hat. „Phoenix hat kein Hassproblem“, sagte eine Sprecherin des Phoenix Police Department dem Sender ABC. „Wir nehmen die Anzeigen nur genauer auf.“

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