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Wolfshatz in Osnabrück : „Sherlock“ Krannich und „Watson“ fangen Rüden „Roy“

  • Aktualisiert am

Der Rebell geht den Fängern ins Netz Bild: picture-alliance/ dpa

Es war eine Jagd, wie sie Osnabrück lange nicht erlebt hat. „Roy“, der bekannte Wolfsrüde aus dem Zoo, war auf ungeklärte Weise ausgebrochen. Inspektor Schröder, „Sherlock“ Krannich und Suchhund „Watson“ nahmen die Fährte auf.

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          Der Wolf „Roy“ ist wieder da. Susanne Klomburg, Direktorin des Osnabrücker Zoos, ist die Erleichterung anzusehen, als sie am Mittwoch die frohe Botschaft verkünden kann. Der dreijährige Rüde war am Tag zuvor während Arbeiten am Gehegezaun ausgebüxt und viele Kilometer in Richtung Süden gelaufen. Am Mittwochvormittag gab ein Landwirt im nicht weit entfernten Georgsmarienhütte dem Fänger-Team um Zoo-Inspektor Hans-Jürgen Schröder den entscheidenden Tipp, wo sich das Tier aufhielt. Heino Krannich, der als Freiberufler einen Tierparkservice betreibt, stöberte mit seinem Hund „Watson“ den Wolf schließlich in einem Wiederaufforstungsbereich auf und betäubte ihn mit einem gezielten Schuss.

          „Hier im Zoo ist ja eigentlich jeden Tag etwas los“, sagt Klomburg trocken. Aber diese Aufregung hätte sie sich gerne erspart. Was in dem Wolfsgehege vor sich gegangen ist, weiß ihr Team nicht genau. „Das Rudel war unruhig“, berichtet die Tierparkchefin. Nachdem er sein Gehege verlassen hatte, streifte Rüde „Roy“ zunächst noch durch den Zoo, und sämtliche Pfleger versuchten, ihn zu fangen. „Wir haben hier ein Alarmsystem“, erzählt Klomburg. Doch irgendwie gelang dem Wolf die Flucht aus der Anlage. Auf seinem Weg durchquerte er ein nahe gelegenes Einkaufszentrum und einen stark befahrenen Autobahnzubringer - glücklicherweise, ohne ernsthaft Schaden zu nehmen.

          Eigener Sohn will die Rudelführung an sich reißen

          Nur eine kleine Verletzung an seinem Hinterlauf bringt „Roy“ von seinem Ausflug mit. Einen Tag hat er Zeit, sich zu erholen. Dann muss er wieder in sein Rudel. „Die anderen Tiere sind extrem unruhig“, berichtet Klomburg. „Roy“ ist noch der Chef in dem sechsköpfigen Verband. Aber sollten die rangniederen Tiere seine Schwäche spüren, könnte es zu Machtkämpfen im Revier kommen, fürchtet die Zoochefin und Tierärztin. Vor allem ein Jungtier, ausgerechnet „Roys“ Sohn, sei bekannt dafür, es auf die Führungsposition im Rudel abgesehen zu haben. „Hoffentlich ist seine Autorität stark genug, um einen Tag Abwesenheit auszuhalten“, sagt Klomburg.

          Bei seiner Flucht hat sich der Rüde zunutze gemacht, dass der Elektrozaun abgeschaltet war. Wie er das herausgefunden hat, können die Zoomitarbeiter nur erahnen. Wölfe haben ein feines Gehör, und die Spannung sorgt mitunter für ein surrendes Geräusch im Draht. „Möglicherweise hat er gehört, dass der Strom weg ist“, mutmaßt Zoo-Inspektor Schröder.

          Von dem Tier ging zu keiner Zeit Gefahr aus, betont Klomburg. Den Vorschlag einiger Naturschützer, „Roy“ im Osnabrücker Land auszuwildern, hält sie für einen „eklatanten Fehler“. Als Einzeltier wäre das für ihn nicht lange gut gegangen. „Er wäre vielleicht überfahren worden, er hätte sich vielleicht an den Eiern auf einem Bauernhof vergriffen, er wäre vielleicht von einem Jäger verwechselt und abgeschossen worden“, sagt die Zoochefin. Die Region sei viel zu dicht besiedelt für einen frei lebenden Wolf.

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