https://www.faz.net/-gum-9gg8g

Sachsen-Anhalt : Wittenberger „Flüchtlingsboot“-Denkmal in Brand gesteckt

  • Aktualisiert am

Das Boot war 2017 im Rahmen der Weltausstellung Reformation am Schwanenteich in Wittenberg aufgestellt worden. Bild: dpa

Das Feuer hat die Steuerkabine des Boots in der Nacht zum Samstag vollständig zerstört. Die Polizei ermittelt in alle Richtungen. Der Oberbürgermeister spricht von einem „Tiefpunkt für Wittenberg“.

          Ein als Denkmal aufgestelltes Flüchtlingsboot in der Lutherstadt Wittenberg ist in der Nacht zu Samstag von Unbekannten in Brand gesteckt und großflächig zerstört worden. Das 15 Meter lange Boot war im Vorjahr anlässlich der Weltausstellung Reformation als eine Art Kunstobjekt präsentiert worden, wie Polizei und Stadt am Samstag mitteilten. 244 Männer, Frauen und Kinder waren mit dem Boot im Juni 2013 von Nordafrika aus übers Mittelmeer nach Europa geflüchtet. Ihr Weg habe von Libyen nach Sizilien geführt, hieß es. Laut Polizei werde derzeit in alle Richtungen ermittelt. Eine politisch motivierte Tat könne nicht ausgeschlossen werden.

          Für Oberbürgermeister Torsten Zugehör (parteilos) wäre das „ein Tiefpunkt für Wittenberg“. Auch die Landesbischöfin der Evangelischen Landeskirche in Mitteldeutschland (EKM), Ilse Junkermann, äußerte sich entsetzt. „Ich bin bestürzt über diese gezielt eingesetzte Gewalt gegen ein Mahnmal für Mitmenschlichkeit, gegen ein Erinnerungsmal für Mitmenschlichkeit und Nächstenliebe – genau an dem Tag, der mahnend erinnert an vor 80 Jahren gezielt gesetzte und organisierte Gewalt gegen Mitmenschen, gegen ihr Hab und Gut und ihre Gotteshäuser“, sagte sie laut Mitteilung. Junkermann rief dazu auf, sich klar von solchen Gewaltakten zu distanzieren und sie nicht zu verharmlosen.

          Nach Angaben der Stadt wurde die Steuerkabine des Bootes vollständig zerstört und der Rumpf stark beschädigt. Vier Feuerwehrkameraden und ein Löschfahrzeug seien im Einsatz gewesen. Das Flüchtlingsboot war als „Denkmal der Menschlichkeit, Konsequenz und Rechtsstaatlichkeit“ aufgestellt worden.

          Weitere Themen

          Gefährlicher Stau am Gipfelgrat

          Mount Everest : Gefährlicher Stau am Gipfelgrat

          Weil das Wetter derzeit am Mount Everest gut ist, versuchen Dutzende Bergsteiger gleichzeitig den Gipfelanstieg. Es kommt zu Wartezeiten. In einer Höhe jenseits von 8000 Metern können solche Verzögerungen lebensgefährlich sein.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.