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Prozessauftakt in Wien : Drei Männer sollen Dreizehnjährige vergewaltigt und getötet haben

Einer der drei Angeklagten zu Beginn des Prozesses im Wiener Landgericht Bild: dpa

In Wien müssen sich drei junge Afghanen wegen Vergewaltigung mit Todesfolge vor Gericht verantworten. Nach der Tat sollen sie die leblose Dreizehnjährige auf der Straße abgelegt haben.

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          Vor dem Wiener Straflandesgericht hat am Dienstag ein Prozess gegen drei junge Männer aus Afghanistan begonnen, denen die gemeinsame Vergewaltigung eines 13 Jahre alten Mädchens mit Todesfolge vorgeworfen wird. Die Jugendliche war am 26. Juni 2021 von Passanten auf einem Grünstreifen in Wien-Donaustadt leblos an einem Baum lehnend vorgefunden worden. Die Täter sollen sie am Vortag in die Wohnung eines von ihnen mitgenommen, mit Drogen betäubt und mehrfach vergewaltigt haben. Als ihre Atmung aussetzte, sollen sie sie nach erfolglosen Belebungsversuchen draußen abgelegt haben. Das Kind starb an einer Überdosis an Rauschgift und Erstickung.

          Stephan Löwenstein
          Politischer Korrespondent mit Sitz in Wien.

          Die drei Afghanen waren laut Medienberichten 2015 als Asylbewerber nach Österreich gekommen. Ihre Asylanträge wurden jedoch abgelehnt beziehungsweise wurde in einem Fall ein bereits gewährter subsidiärer Schutz wieder aufgehoben, weil der Antragsteller mehrfach straffällig geworden war. Trotzdem wurde in keinem Fall eine Abschiebung durchgesetzt. Auch deshalb hat der Fall ein großes mediales und politisches Echo. Zwei der Angeklagten waren nach Auffassung der Behörden über 18 Jahre alt, auch wenn einer sich als jünger bezeichnete, der dritte über 21 Jahre.

          Ein Cocktail aufgelöster Tabletten

          Den beiden jüngeren Angeklagten drohen im Fall eines Schuldspruchs bis zu 20 Jahre Haft, dem älteren eine lebenslängliche Haftstrafe. Letzterer hatte nach der Tat versucht zu fliehen, war nach Großbritannien gelangt und hatte unter falschem Namen abermals Asyl beantragt. Er konnte aber aufgrund eines europäischen Haftbefehls festgenommen und ausgeliefert werden.

          Laut Ermittlungen war das Mädchen, das in dem Provinzstädtchen Tulln an der Donau wohnte, am Wiener Donaukanal dem jüngsten der drei begegnet und mit ihm in die Wohnung gegangen. Sie habe bereits früher Rauschgifte konsumiert und eine Ecstasy-Tablette willentlich eingenommen. Dann sei ihr ein Cocktail aufgelöster Tabletten eingeflößt worden, um sie anschließend zu vergewaltigen.

          Einer der jungen Afghanen, in dessen Wohnung die Tat verübt wurde, ließ ein Schuldgeständnis ankündigen. Nach seiner Darstellung habe er mit dem Mädchen einvernehmlich Geschlechtsverkehr gehabt. Dann sei er bewusstlos geworden und habe nach dem Erwachen nur mehr wahrgenommen, dass das Mädchen leblos dalag. Er habe dann vergeblich versucht, sie wiederzubeleben.

          Die beiden anderen plädieren auf unschuldig und sollen einander in Vernehmungen gegenseitig die Schuld zugeschoben haben. Die Staatsanwaltschaft gab an, dass Sachbeweise vorlägen, die diese Behauptungen widerlegten.

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