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Partner von Pablo Escobar : Warum Drogenboss Carlos Lehder jetzt in Deutschland lebt

Überflieger: Mit seinen Kleinflugzeugen revolutionierte Carlos Lehder den Kokainschmuggel. Bild: Getty

Carlos Lehder war einer der Bosse des kolumbianischen Medellín-Kartells und verdiente gemeinsam mit Pablo Escobar Milliarden. Jetzt wurde er aus amerikanischer Haft nach Deutschland abgeschoben.

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          Lebenslang schien dem Richter, der Carlos Lehder Rivas im Juli 1988 verurteilte, nicht auszureichen. Er packte noch 135 Jahre Gefängnis obendrauf und verfügte, dass der Kolumbianer auch keinesfalls auf Bewährung entlassen werden dürfe. Nach einem aufsehenerregenden Prozess in Jacksonville, Florida, hatte er den 38 Jahre alten Angeklagten für schuldig befunden, tonnenweise Kokain in die Vereinigten Staaten geschmuggelt zu haben. Als einer der Bosse des Medellín-Kartells um Pablo Escobar war Lehder verantwortlich für den Aufbau einer ganzen Flotte an Kleinflugzeugen, die das Rauschgift aus der Karibik direkt zu versteckten Landebahnen in Florida und Georgia flogen. Der Staatsanwalt nannte Lehder im Gericht einen „Pionier“ und verglich ihn mit Henry Ford, der einst die Massenfertigung von Autos perfektioniert und auf ein völlig neues Niveau gehoben hatte.

          David Klaubert

          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Nach 33 Jahren in amerikanischen Gefängnissen wurde Lehder jetzt trotzdem entlassen – und nach Deutschland abgeschoben. Seine Haftzeit wurde verkürzt, weil er in den neunziger Jahren im Prozess gegen den panamaischen Diktator Manuel Noriega ausgesagt hatte, der ein wichtiger Geschäftspartner des Medellín-Kartells war. „Im März ist die Strafe ausgelaufen“, bestätigt Lehders Anwalt Oscar Arroyave der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Am Dienstag sei der Siebzigjährige in Deutschland gelandet.

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