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’Ndrangheta : Wie das Kokain-Geschäft der Mafia funktioniert

Polizisten durchsuchen im Rahmen der „Operation Pollino“ ein Eiscafé. Bild: dpa

Die Mafia verdient mit dem Schmuggel von Kokain Milliarden. Die Ermittlungen der „Operation Pollino“ geben Einblicke in die Details des Geschäfts, das auch von Deutschland aus organisiert wird.

          10 Min.

          Am Abend des 3. Dezember 2016 ist Domenico Pelle fuchsteufelswild. Schon eine Woche lang rennt er einem Zwischenhändler hinterher, Spitzname „Japan“, der ihm 27.000 Euro für eine Lieferung Kokain schuldet, ein Kilo etwa muss es gewesen sein. Pelle hat ihm hinterhertelefoniert, hat ihn auf dem Bolzplatz abgefangen und zur Rede gestellt, hat ihm gedroht. Aber nichts. Nichts außer Ausreden.

          David Klaubert

          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Seit einiger Zeit schon ist Domenico mit Japans Schwester Maria Teresa verlobt, aber jetzt geht es ums Geschäft. Da kann er sich nicht so auf der Nase herumtanzen lassen. Also steigt er an diesem Abend in seinen Audi A3, Kennzeichen BNOA936, und fährt in das Städtchen Siderno, wo Japan und seine Familie wohnen. Auch Maria Teresa und ihre Mutter sind da, sie versuchen Domenico zu beruhigen. „Mein Sohn war doch immer pünktlich mit allem.“ – „Das intere ...“ – „Es ist leider passiert. Er hat einen Fehler gemacht.“ Doch Domenico wird immer wütender: „Wenn er mir morgen nicht 27.000 Euro bringt, dann schneid ich ihm den Kopf ab und werf ihn auf die Straße.“ Japan versucht, Domenico herunterzuhandeln, verspricht Anzahlungen. Zwölf Minuten geht der Streit, dann verabschiedet sich Domenico: „Ich hab noch zu tun. Aber wenn ich morgen das Geld nicht habe, wird das böse enden. Es tut mir leid, dass ich euch das so sagen muss.“

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