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Backblech, Besen, Bratpfanne : Was Räubern bei Überfällen schon zum Verhängnis wurde

Kein Waffenschein nötig: Die Bratpfanne ist schnell zur Hand. Bild: Johannes Krenzer

Immer wieder greifen Opfer von Überfällen zu ungewöhnlichen Werkzeugen, um sich zu verteidigen. Zu empfehlen ist die Gegenwehr mit Backblech, Besen oder Bratpfanne zwar nicht – mit ein wenig Schadenfreude darf es einen trotzdem erfüllen.

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          Die Position der Polizei ist eindeutig: Wer zum Opfer eines Raubüberfalls wird, der soll vor allem Ruhe bewahren, keine Gegenwehr leisten und den Täter nicht angreifen. Auch vom Tragen einer Waffe wird abgeraten, denn diese könne den Täter, wenn der sie entdecke, erst recht aggressiv machen.

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Das Problem ist nur, dass sich erstaunlich viele Menschen an diese Ratschläge nicht zu halten scheinen. Erstaunlich häufig wiederum wird das dann auch zum Problem für den Täter, der sich von der Wehrhaftigkeit seiner Opfer schier überwältigt zeigt – selbst dann, wenn keine Waffen eingesetzt werden, ja noch nicht einmal das, was man spontan als „waffenähnlichen Gegenstand“ bezeichnen würde. Am späten Freitagabend vergangener Woche zum Beispiel hat der 71 Jahre alte Mitarbeiter eines Mindener Kinos einen bewaffneten Räuber in die Flucht geschlagen – im Wortsinn, und zwar mit einem Backblech. Mit diesem, das zufällig auf dem Tresen stand, schlug der Mitarbeiter dem Angreifer die Schusswaffe aus der Hand, der daraufhin ohne Beute türmte.

          Der Backblechheld steht nicht alleine. Der Reflex, einen Räuber mit etwas gerade Greifbarem anzugehen, erweist sich immer wieder als fruchtbar. Im Dezember 2017 etwa wehrten sich die Mitarbeiter einer Tankstelle in Oelde erfolgreich gegen einen Messermann, indem sie ihn mit Bierdosen bewarfen – mit vollen, nehmen wir an. In Viernheim schleuderte im Dezember 2018 die Angestellte einer Tankstelle dem Angreifer eine Dose mit Süßigkeiten entgegen. Noch ärger erging es im November 2005 einem Mann, der einen Düsseldorfer Imbiss ausrauben wollte: Ihm schlug die Frau hinterm Tresen einen Frittierkorb um die Ohren. Im November 2018 setzte eine Frankfurter Kioskbesitzerin einen allerdings betrunkenen Räuber durch einen Schlag mit der Bratpfanne außer Gefecht.

          Die Angestellte eines Berliner Spätkaufs wiederum schlug im Juni 2015 gleich zwei bewaffnete Männer in die Flucht, indem sie mit einem Staubsauger auf sie zustürmte. Reinlichkeit ist Trumpf: Auch ein Kioskbesitzer aus Gifhorn konnte im März 2012 den Überfall auf seinen Laden dadurch abwehren, dass er den Eindringling mit einem Staubsaugerrohr attackierte. In Vellmar vertrieb im September 2016 die Angestellte eines Supermarkts einen Räuber mit einem Besen, obwohl der sie zuvor schon angeschossen hatte.

          Selbst die Gebrechlichen wissen sich zur Wehr zu setzen: Dokumentiert sind zahlreiche Fälle, in denen Räuber vor den Krücken ihrer Opfer flohen. Die vielleicht größte Schmach aber erlebte im Januar dieses Jahres ein Mann in Düsseldorf, der einer Rentnerin die Handtasche entwenden wollte, welche an ihrem Rollator befestigt war: Die Dame, unbewaffnet und rüstige 90 Jahre alt, wehrte die Attacke ab – durch einen Schlag auf seine Nase.

          Was lehrt uns das? Die Polizei würde sagen: am besten gar nichts. Sie würde weiterhin tunlichst davon abraten, gegen Räuber vorzugehen mit Nudelhölzern, Regenschirmen, Selfie-Sticks oder anderem, das man gerade zur Hand hat. Mit ein wenig Schadenfreude erfüllt uns das alles trotzdem, zumal es für alle potentiellen Räuber eine klare Botschaft enthält: Ihr könnt Euch niemals sicher sein.

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