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Kriminelle arabische Clans : Reichtum, Macht und Lässigkeit

„Deutschlands bekanntester Intensivtäter“: Trauergäste bei der Beisetzung von Nidal R. in Schöneberg im September. Bild: dpa

Kriminelle arabischstämmige Großfamilien gibt es in mehreren deutschen Städten. In Berlin, Schauplatz besonders spektakulärer Straftaten, machen Fahnder und Behörden jetzt eine Ansage: Schluss mit der Nachsicht.

          9 Min.

          Frieden gibt es nicht, auch wenn die Wintersonne durch die kahlen Baumkronen hindurch das Grab von Nidal R. wie mit einem freundlichen Schmelz überzieht. Langstielige, angewelkte Rosen über einem Erdhügel, dazu ein provisorisches Holzschild mit dem Namen des Mannes, der wegen seiner kriminellen Karriere gern als „Deutschlands bekanntester Intensivtäter“ bezeichnet wurde. Neben dem Grab steht ein weißer Plastikstuhl, wie ihn der Neue Zwölf-Apostel-Kirchhof in Schöneberg für Angehörige bereithält, die bei ihren Toten auf dem muslimischen Gräberfeld verweilen möchten.

          Julia Schaaf

          Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Aber hinter der Friedhofsmauer poltert ein Bagger, auf der anderen Seite rauscht die Stadtautobahn. Es ist, als wollte einen der ganz normale Lärm Berlins daran erinnern: Spätestens seit Nidal R. vor den Augen seiner Frau und seiner Kinder erschossen wurde, an einem Sonntagnachmittag, direkt am Tempelhofer Feld, dort, wo Neukölln nicht verrucht und abgerissen ist, sondern hip, urban und cool, ein Lieblingsort junger Familien, spätestens seit diesem 9. September also ist in der Hauptstadt beim Thema Clankriminalität an Ruhe nicht mehr zu denken.

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