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Vermeintlicher Peggy-Mörder : Was wurde aus Ulvi K.?

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Gedenkstein mit dem Porträt des Mädchens Peggy. Bild: dpa

Im April 2004 wurde Ulvi K. wegen des Mordes an Peggy zu lebenslanger Haft verurteilt – auf der Grundlage eines Geständnisses, das er längst widerrufen hatte. Mehr als zehn Jahre später wurde der geistig behinderte Mann dann freigesprochen.

          Als Peggy K. am 7. Mai 2001 auf dem Heimweg von der Schule verschwand, begann eine schier unendliche Suche nach dem Mädchen. Die Polizei suchte mit Hundertschaften und Bundeswehrflugzeugen, sogar den Hinweisen eines Wahrsagers wurde nachgegangen. Peggy konnte nicht aufgespürt werden – erst im Sommer 2016 fand man ihre sterblichen Überreste.

          Dafür glaubte man, einen Verdächtigen ermittelt zu haben. Ulvi K., damals 23 Jahre alt, stammt wie Peggy aus dem oberfränkischen Lichtenberg. Der aufgrund einer Krankheit geistig unterentwickelte junge Mann arbeitete als Aushilfe in der Gaststätte seiner Eltern. Ulvi K., über den es im Gerichtsprozess später hieß, er sei „auf dem geistigen Stand eines zehnjährigen Kindes“, war im Ort bekannt dafür, dass er gerne mit Kindern spielte, sich vor ihnen entblößte und onanierte.

          Im Oktober 2002 präsentierten die Ermittler Ulvi K. als Verdächtigen. 2004 wurde er aufgrund seines Geständnisses vom Landgericht Hof zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Er gab an, vor dem Mädchen onaniert und anschließend den Versuch unternommen zu haben, sie zum Schweigen zu überreden. Als sie dann weggelaufen sei, habe er sie getötet. Diese Angaben wiederum widerrief er mehrfach, ein Gutachter stufte sie jedoch als glaubhaft ein. Seine begrenzten intellektuellen Fähigkeiten hätten es ihm nicht ermöglicht, sich die vielen Details des Mordes an Peggy K. auszudenken. Zudem hätten die vernehmenden Beamten keine „Tathergangshypothese“ gehabt, die man Ulvi K. hätte vorhalten können.

          Frei kam Ulvi K. erst im Sommer 2015

          Tatsächlich hatte es diese aber gegeben. Im September 2010 widerrief dann ein wichtiger Belastungszeuge seine Aussage und erhob schwere Vorwürfe gegen die Ermittlungsbehörden. Im April 2013 beantragte der Anwalt von Ulvi K. die Wiederaufnahme des Falls, die auf Anordnung des Landgerichts Bayreuth ein Jahr später begann. Der Gutachter korrigierte sich im zweiten Verfahren und zog in Betracht, es sei auch „wissenschaftlich denkmöglich“, dass sich der Verurteilte alles nur ausgedacht hatte. Zweifel hatte es schon früher gegeben, da Ulvi K. verschiedene Versionen über den Tathergang geliefert hatte.

          Im Mai 2014 wurde Ulvi K. aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Seine Unterstützer applaudierten, die Mutter von Peggy K. reichte ihm im Gerichtssaal die Hand. Frei kam Ulvi K. allerdings nicht, weil die Wiederaufnahme nur die Anklage wegen Mordes betraf. Aufgrund von Fällen des sexuellen Missbrauchs war er seit 2001 in einer psychiatrischen Abteilung untergebracht. Im Juli 2015 wurde Ulvi K. aus der Klinik entlassen. Heute soll er an einem geheimen Ort in einem Heim für behinderte Menschen leben.   

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