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Haftantritt steht bevor : Warum Schwesta Ewa ohne ihr Kind ins Gefängnis muss

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Mittlerweile Mutter: Rapperin Schwesta Ewa Bild: dpa

Die Rapperin Schwesta Ewa muss ins Gefängnis – und würde gerne ihr Kind mitnehmen. Ein entsprechender Antrag wurde aber abgelehnt. Im Justizministerium verweist man auf klare Regeln für solche Fälle.

          Die Rapperin Schwesta Ewa muss in den nächsten zehn Tagen ihre Haftstrafe antreten. Das berichtet die „Bild“-Zeitung. Demnach hat die gebürtige Polin, die früher als Prostituierte im Frankfurter Bahnhofsviertel arbeitete, eine Ladung zum Haftantritt in die Justizvollzugsanstalt Willich bei Düsseldorf bekommen. In der Hauptstadt von Nordrhein-Westfalen wohnt Schwesta Ewa seit 2018.

          Im Februar hatte der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe bestätigt, dass die Musikerin wegen Straftaten im Rotlichtmilieu ins Gefängnis muss. Das Frankfurter Landgericht hatte gegen sie 2017 eine zweieinhalbjährige Haftstrafe unter anderem wegen Steuerhinterziehung und Körperverletzung verhängt. In dem „Bild“-Artikel äußerte sich die Rapperin jetzt schockiert darüber, dass sie ihr Kind nicht mit ins Gefängnis nehmen darf: „Ich kann es nicht glauben. Ich bin seit Januar Mutter.“

          Ein Sprecher des Justizministeriums in Düsseldorf sagte auf F.A.Z.-Anfrage, dass das Justizvollzugskrankenhaus (JVK) in Fröndenberg es abgelehnt habe, die Rapperin in der Mutter-Kind-Einrichtung des Hauses aufzunehmen. In Nordrhein-Westfalen sei es nur im offenen Vollzug möglich, Mütter und Kinder gemeinsam unterzubringen. Zu dem Antrag, Schwesta Ewa aufzunehmen, habe ein Sprecher des Justizvollzugskrankenhaus in Fröndenberg mitgeteilt: „Nach unserer Einschätzung ist sie von der Persönlichkeitsstruktur her höchst manipulierbar und gewaltbereit und daher noch nicht für den offenen Vollzug geeignet. Wir empfehlen daher, dass sie sich zunächst im geschlossenen Vollzug bewähren soll.“

          Bei Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung ist es laut dem Sprecher des Justizministeriums grundsätzlich ausgeschlossen, direkt in den offenen Vollzug zu kommen. Laut „Bild“ wurde Schwesta Ewa auch wegen sexueller Verführung Minderjähriger verurteilt. Dass eine Frau in eine Mutter-Kind-Einrichtung kommt, muss außerdem das Jugendamt genehmigen. „Das muss stets auch dem Wohl des Kindes entsprechen“, sagte der Sprecher. Geprüft werde vom Jugendamt außerdem, ob nicht andere Familienangehörige in der Lage sind, die Erziehung des Kindes während der Haft der Mutter zu übernehmen. Darauf wird es wohl auch jetzt hinauslaufen.

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