https://www.faz.net/-gum-75wdc

Waffengewalt in Amerika : Jugendlicher erschießt fünf Menschen

  • Aktualisiert am

Ein Jungendlicher hat im US-Bundesstaat New Mexico in der Nacht zu Sonntag fünf Menschen erschossen. Bild: reuters

Im amerikanischen Bundesstaat New Mexico ist es mitten in der Debatte um schärfere Waffengesetze zu einer tragischen Bluttat gekommen. Ein Jugendlicher erschoss mit einem halbautomatischen Gewehr seinen Vater und dessen Familie.

          2 Min.

          Erneut  Blutbad in Amerika: Ein 15 Jahre alter Jugendlicher hat Medienberichten zufolge im Bundesstaat New Mexico seine Eltern und drei Geschwister erschossen. Die Polizei werfe dem Teenager vor, in einem Wohnhaus außerhalb von Albuquerque seinen Vater (51), dessen Frau (40) sowie drei Kinder im Alter von neun, fünf und zwei Jahren mit einem halbautomatischem Gewehr des Typs AR-15 getötet zu haben. Das berichtete der Lokalsender KOB 4 am Sonntagabend (Ortszeit). In dem Haus seien weitere Waffen sichergestellt worden. Der mutmaßliche Täter sei in Haft. Das Motiv ist noch völlig unklar.

          Der Vater des mutmaßlichen Schützen war ein örtlich bekannter Pfarrer und Bruder eines früheren Senators, wie der Nachrichtensender CNN meldete. Der 51 Jahre alte Mann sei lange Zeit als Kaplan der Feuerwehr von Albuquerque tätig gewesen und habe als Seelsorger auch Häftlinge betreut. Im vergangenen Jahr habe er sich beurlauben lassen, berichtete der Lokalsender KOB 4.

          Zu der Familie gehörten zehn Kinder. Neben dem 51 Jahre alten Pastor und seiner 40 Jahre alten Frau Sarah starben Zephania, 9, Jael, 5, und Angelina. Das jüngste Kind war zwei Jahre alt. Dem „Albuquerque Journal“ zufolge soll der 15 Jahre alte Nehemiah nach einem Streit seine Mutter, dann seine Geschwister erschossen haben - alle in ihren Betten.

          Auf diesem Gelände hat sich die tragische Bluttat ereignet.

          Den Ermittlern habe sich am Tatort eine „sehr grausame Szene“ geboten, berichtete ein Beamter. Auf jedes der Opfer sei mehrfach geschossen worden, hieß es. Noch ist es ein Rätsel, was zu der Bluttat führte. Lokale Medien spekulierten und versuchten, Puzzlestücke zusammenzusetzen. Der mutmaßliche Täter soll ständig in Tarnkleidung herumgelaufen und von Waffen geschwärmt haben. Er habe nur wenig fernsehen und keine gewalttätigen Videospiele spielen dürfen, weil sein Vater „nichts schmutziges und gewalttätiges“ im Haus haben wollte, hieß es. Dennoch soll es in der Wohnung ein Arsenal an Pistolen und Gewehren gegeben haben, spekulierten lokale Medien weiter.

          Das „Albuquerque Journal“ berichtete unter Berufung auf Polizisten, dass der Junge angeblich schon mehrere Waffen ins Auto geladen hatte, weil er im nahen Supermarkt möglichst viele Menschen erschießen wollte. Aber er rief noch einen Freund an und der überredete ihn zu einem Treffen in einer Kirche, berichtete das Blatt weiter. Von dort sei die Polizei alarmiert worden.

          Wenige Tage vor dem Blutband hatte Präsident Barack Obama seine Initiative gegen die Waffengewalt in dem Land vorgestellt. Dazu zählt etwa ein Verkaufsstopp für Sturmgewehre, ein Verbot von Magazinen mit mehr als zehn Schuss Munition und verschärfte Überprüfungen von Waffenkäufern. Obama reagierte mit dem Vorstoß auf den Amoklauf an einer Schule in Newtown mit 27 Todesopfern Mitte Dezember.

          Topmeldungen

          Zwei große Mächte im Welthandel: US-Präsident Donald Trump (links) fasst sich an die Jacke, während er für ein Foto mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping am Rande des G-20-Gipfels in Osaka posiert.

          Trumps Blockade : Schwerer Schlag für den Welthandel

          Donald Trump legt das Instrument zur Streitschlichtung der Welthandelsorganisation lahm. Die EU-Kommission sucht noch nach einer Lösung, um die Blockade zu umgehen.
          Präsidenten Macron und Putin in Paris

          Ukraine-Gipfel in Paris : Die Folgen der Inkonsequenz

          Auf dem Pariser Gipfel ging es nicht nur um den russisch-ukrainischen Konflikt. Sondern auch darum, mit welchen Botschaften der Westen dem russischen Regime entgegentritt. Putin spielt auf Zeit – und der Westen setzt ihm kaum etwas entgegen.

          Trauer um Roxette-Star Fredriksson : „Danke Marie“

          An ihrer Stimme kam in den 90er Jahren niemand vorbei, sie war das Gesicht von Roxette: Marie Fredriksson ist früh gestorben – die Trauer bei den Fans ist groß. Und auch ihr Band-Partner nimmt Abschied von einer ganz besonderen Freundin.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.