https://www.faz.net/-gum-8mksk

Vorwurf der Veruntreuung : „König von Deutschland“ bricht im Prozess in Tränen aus

  • Aktualisiert am

Peter Fitzek muss sich vor dem Landgericht Halle/Saale in Sachsen-Anhalt wegen Untreue verantworten. Bild: dpa

Der selbst ernannte „König von Deutschland“ Peter Fitzek steht vor Gericht, weil er 1,3 Millionen Euro veruntreut haben soll. Von einer Bewegung, die gerade Schlagzeilen macht, distanziert er sich aber.

          1 Min.

          Peter Fitzek, der sich selbst “König von Deutschland“ nennt, muss sich wegen Untreue in Millionenhöhe vor Gericht verantworten. Zum Auftakt des Prozesses hat er sich als „Handlanger vom Schöpfer“ bezeichnet. Er habe neue Strukturen für das Gemeinwohl schaffen, sich aber nicht bereichern wollen. Das Geld sei ihm aufgedrängt worden. „Ich tue mein Bestes“, sagte der 51 Jahre alte Peter Fitzek unter Tränen am Donnerstag vor dem Landgericht Halle im voll besetzten Gerichtssaal.

          Der Mann aus Wittenberg hat laut Staatsanwaltschaft 1,3 Millionen Euro verschwinden lassen, das Geldanleger ihm anvertraut hatten. Das wies er entschieden zurück. Laut Anklage soll er für insgesamt 1,7 Millionen Euro von knapp 600 Anlegern via Internet illegal Geldgeschäfte getätigt haben.

          „Reichsbürger sind ewig Gestrige“

          Das Land Sachsen-Anhalt rechnet Fitzek auch den sogenannten Reichsbürgern zu. Das wies er vor Beginn der Verhandlung vehement zurück. „Mit solchen Leuten habe ich nichts zu tun. Reichsbürger sind ewig Gestrige“, sagte der Angeklagte den zahlreichen Medienvertretern. Die Bewegung der Reichbürger leugnet die Existenz der Bundesrepublik und erkennt deren Gesetze nicht an.

          Die Richterin wies Fitzek darauf hin, dass bei einem umfassenden Geständnis eine Verurteilung zu drei bis dreieinhalb Jahren Haft in Frage kommen könnte. Das Landgericht hat zunächst Termine bis Februar anberaumt. Fitzek muss das Verfahren auf der Anklagebank in Fußfesseln verfolgen.

          Weitere Themen

          Schwelende Gefahr

          Waldbrände in Sibirien : Schwelende Gefahr

          In Sibirien brennen die Wälder, die betroffene Fläche ist fast so groß wie Schleswig-Holstein – doch oft werden die Flammen erst gar nicht bekämpft. Anwohner wandten sich mit einer Petition an Präsident Wladimir Putin.

          Sieben-Tage-Inzidenz steigt weiter auf 13,6

          Corona in Deutschland : Sieben-Tage-Inzidenz steigt weiter auf 13,6

          Das Robert Koch-Institut hat 1919 Corona-Neuinfektionen registriert. Vor einer Woche hatte der Wert bei 1608 Ansteckungen gelegen. Bildungsministerin Anja Karliczek drängt auf Impfungen aus Solidarität mit Kindern und Jugendlichen.

          Topmeldungen

          Klima-Aktivistin Luisa Neubauer auf einer Demonstration am Freitag in Hamburg

          Proteste der Klimajugend : Der Gegner heißt Armin Laschet

          Die Fridays-for-Future-Bewegung nimmt speziell CDU und CSU ins Visier. Nach der Flutkatastrophe, die die Aktivisten auf den Klimawandel zurückführen, wollen sie bis zur Wahl mehr Druck aufbauen.
          Im Visier der Kartellämter: der amerikanische Tech-Gigant Google

          Chef der Wettbewerbsabteilung : Albtraum der Tech-Giganten

          Jonathan Kanter soll einen der wichtigsten Kartellposten in den USA bekommen. Das dürfte vor allem Google und Apple alarmieren – damit sitzt der dritte Tech-Kritiker an einer zentralen Schaltstellen der amerikanischen Kartellpolitik.
          Gute Nachrichten für deutsche Hausbauer: Bauholz wird wieder billiger.

          Baumaterial : Holzpreise in Amerika sinken rapide

          Währen in Deutschland die Baumaterialien extrem teuer sind, krachen die Holzpreise in Amerika ein. Aber auch bei uns könnte Bauholz schon bald wieder billiger werden.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.