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Verletzte in Volkmarsen : Maurice P. schweigt weiter

Gedenken: Nach dem Gottesdienst zünden Trauernde in Volkmarsen Kerzen an. Bild: Lucas Bäuml

Der junge Mann, der am Montag mutmaßlich ein Auto in eine Menschenmenge im Volkmarsen gelenkt hat, hat sich bisher nicht zu den Vorwürfen geäußert. Er soll „in Tötungsabsicht“ gehandelt haben – das Motiv ist jedoch weiter unklar.

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          Der Mann, der dringend verdächtig ist, am Rosenmontag sein Auto in eine Zuschauermenge am Rande eines Fastnachtsumzugs im nordhessischen Volkmarsen gesteuert zu haben, schweigt nach Informationen der F.A.Z. weiter zu dem Geschehen und zu seinen möglichen Motiven. Durch den Anschlag wurden 61 Personen verletzt, unter ihnen viele Kinder. Gegen den 29 Jahre alten Maurice P., der in Volkmarsen lebte, erging am Dienstagabend Haftbefehl wegen des Verdacht des Mordversuchs, der gefährlichen Körperverletzung und des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr.

          Helmut Schwan

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Ein Ermittlungsrichter des Amtsgerichts Kassel erließ den Haftbefehl auf Antrag der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt. Ärzte hatten P., der selbst verletzt und am Tatort festgenommen worden war, zuvor für vernehmungsfähig erklärt. Das reichte aus, um ihn mit den Vorwürfen konfrontieren zu können.

          Die Generalstaatsanwaltschaft, die vor einer Bewertung erst weitere Untersuchungen abwarten will, ermittelt nach wie vor „in alle Richtungen“. Allerdings gibt es, wie zu hören ist, derzeit keine Hinweise darauf, der Verdächtige könnte aus politischen oder extremistischen Beweggründen gehandelt haben. Er war der Polizei zuvor lediglich wegen Delikten wie Nötigung, Beleidigung, Hausfriedensbruch bekannt. Freilich bleibe abzuwarten, was insofern die Auswertung seines Mobiltelefons und anderer Datenträger ergebe, heißt es.

          Aufgrund von Zeugenaussagen und der Spurenanalyse gilt als gesichert, dass der Wagen mit hoher Geschwindigkeit „bewusst in Tötungsabsicht“ Richtung Zuschauer gesteuert wurde. Dies als Amokfahrt zu bezeichnen, lehnen die Strafverfolger jedoch ab, das sei keine juristische Kategorie.

          Während eines ökumenischen Gottesdienstes am Dienstagabend in Volkmarsen sagte die Bischöfin der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Beate Hofmann laut Agenturangaben, es gebe keine einfache Antwort, warum sich die Dinge ereignet hätten. Der Fuldaer katholische Bischof Michael Gerber rief die mehr als 600 Gottesdienstbesucher zu Solidarität auf. Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) sagte, noch sei das Motiv nicht klar. Aber alle Täter hätten immer ein Ziel: „Sie wollen unserer friedliches und durchaus auch fröhliches Gemeinwesen zerstören.“

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