https://www.faz.net/-gum-a16l8

Tod durch Ersticken : Video zeigt Misshandlung eines schwarzen Jugendlichen in Michigan

  • Aktualisiert am

„Ich kann nicht atmen“ wurde bei Protesten nach George Floyds Tod an ein Gebäude projiziert. Auch Fredericks soll das vor seinem Tod gerufen haben. Bild: Reuters

Der schwarze Jugendliche Cornelius Fredericks wurde Ende April in einem amerikanischen Erziehungsheim getötet. Ein Video zeigt nun, wie mindestens sieben Mitarbeiter ihn zuvor festhielten und auf Brust und Bauch des Jungen saßen.

          1 Min.

          In den Vereinigten Staaten schockiert ein Video eines weiteren Tötungsdelikts an einem schwarzen Jugendlichen. Auf Aufnahmen einer Überwachungskamera ist zu sehen, wie mindestens sieben Mitarbeiter der psychiatrischen Anstalt Lakeside Academy in Kalamazoo im Bundesstaat Michigan die Arme und Beine des 16 Jahre alten Cornelius Fredericks festhalten und auf ihm sitzen. Das Video wurde am Dienstag von dem Anwalt und Nachlassverwalter des Teenagers, Geoffrey Fieger, veröffentlicht.

          Fredericks war laut dem Video am 29. April zu Boden gestoßen worden, weil er ein Sandwich in der Cafeteria geworfen hatte. Etwa ein Dutzend andere Teenager sind in dem Video in der Cafeteria sitzend zu sehen.

          In einer Zivilklage des Anwalts vom Juni heißt es, der Junge habe „Ich kann nicht atmen“ geschrien, als er festgehalten wurde. Dem Video zufolge scheint es sich um etwa zwölf Minuten gehandelt zu haben, während der die Mitarbeiter der Einrichtung auch auf der Brust und dem Bauch des Jungen saßen. Gegen Ende des Videos erscheint der Junge kraftlos und fällt zurück, als die Männer versuchen, ihn aufzusetzen. Andere schreiten ein und beginnen mit Wiederbelebungsmaßnahmen.

          Tod durch Ersticken

          Fredericks erlitt einen Herzstillstand, kam ins Krankenhaus und starb zwei Tage später. Sein Tod wurde als Tötungsdelikt bewertet. Der Arzt, der die Autopsie durchführte, sagte, Fredericks sei erstickt.

          Zwei Pfleger und eine Pflegerin wurden in der Folge entlassen und der fahrlässigen Tötung sowie des Kindesmissbrauchs angeklagt. Anwalt Fieger rief die Behörden auf, auch andere anzuklagen. „Wie Sie in dem Video sehen können, sind weit mehr als zwei Personen daran beteiligt, ihn zu ersticken“, sagte Fieger. Sein Büro habe einen gerichtsmedizinischen Prüfer engagiert, um das Videomaterial zu untersuchen, von dem Teile fehlen sollen. „Es springt und dann sind Leute, die eine Sekunde zuvor in der Szene waren, plötzlich nicht mehr da.“

          Weitere Themen

          Die Pandemie im Überblick

          Zahlen zum Coronavirus : Die Pandemie im Überblick

          Die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus werden gelockert – aber in welche Länder darf man nun wieder reisen? Und wie entwickeln sich die Infektionszahlen in den Landkreisen? Karten und Diagramme geben einen Überblick.

          Dann gucken sie eben!

          FAZ Plus Artikel: Im Bikini in den Park : Dann gucken sie eben!

          Es ist heiß, und in der Wohnung ist es noch heißer. Also raus in den Park. Frauen kostet es häufiger Überwindung, sich allein im Bikini auf die grüne Wiese zu legen. Warum eigentlich? Und lohnt es sich?

          Topmeldungen

          Spionage-Kumpan? Ein Foto des Huawei-Logos in der chinesischen Provinz Guangdong

          Papua-Neuguinea : Baute Huawei im Pazifik ein Eingangstor für Spionage?

          In einem vom chinesischen Technologiekonzern Huawei eingerichteten Datenzentrum der Regierung in Papua-Neuguinea gab es offenbar eklatante Sicherheitslücken. Fachleute in Australien gehen davon aus, dass das Absicht war.
          Swetlana Tichanowskaja

          Nach Wahl in Belarus : Tichanowskaja nach Litauen ausgereist

          Die zweite Nacht in Folge protestierten Tausende gegen den verkündeten Wahlsieg von Dauerherrscher Alexandr Lukaschenka. Das Regime reagiert mit Gewalt. Unterdessen hat Swetlana Tichanowskaja das Land verlassen.
          Wie viele Leute sich allein ins Grüne trauen, kann auch ein Gradmesser für die allgemeine Sicherheit einer Gegend sein (Symbolbild).

          Im Bikini in den Park : Dann gucken sie eben!

          Es ist heiß, und in der Wohnung ist es noch heißer. Also raus in den Park. Frauen kostet es häufiger Überwindung, sich allein im Bikini auf die grüne Wiese zu legen. Warum eigentlich? Und lohnt es sich?
          Will die WTO refomieren: Ngozi Okonjo-Iweala

          Kandidatin für WTO-Spitze : „Wir müssen auf die Amerikaner zugehen“

          Ngozi Okonjo-Iweala hat gute Chancen, als erste Frau und erste Afrikanerin an die Spitze der Welthandelsorganisation zu rücken. Die Nigerianerin präsentiert sich als entschlossene Reformerin. Ein Gespräch über Trump, China und Corona.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.