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Los Angeles : QAnon-Anhänger tötet seine Kinder wegen „Schlangen-DNA“

  • Aktualisiert am

Ein Sticker der Qanon-Bewegung auf einem amerikanischen Auto in Adairsville, Georgia. Bild: Reuters

Ein 40 Jahre alter Verschwörungstheoretiker aus den USA hat seine beiden kleinen Kinder mit einem Harpunengewehr getötet. Gegenüber dem FBI sagte er, dass sie sonst zu Monstern geworden wären.

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          Ein US-Anhänger der rechtsextremen Verschwörungsbewegung QAnon hat seine zwei kleinen Kinder getötet, weil diese nach seiner Ansicht „Monster“ waren und „Schlangen-DNA“ in sich hatten. Matthew Taylor Coleman sagte nach Angaben des FBI aus, er habe durchaus gewusst, dass er gegen das Gesetz verstoße. Aber die Tötung seiner Kinder sei „der einzige Weg gewesen, die Welt zu retten“.

          Der 40-Jährige wurde den Angaben zufolge am Mittwoch in Kalifornien angeklagt. Laut den dabei vorgelegten Unterlagen des FBI war er mit seinem zweijährigen Sohn und der zehn Monate alten Tochter nach Mexiko gereist und hatte diese in Rosario, ein an einem Strand gelegenen Ort rund 30 Minuten südlich von Tijuana, mit einem Harpunengewehr getötet. Laut mexikanischer Polizei wurde 17 Mal auf den Sohn und 12 Mal auf die Tochter eingestochen. Zeugen, die die Leichen gefunden hatten, erklärten gegenüber den Medien in Baja California, dass sie glaubten, die Morde seien Teil eines satanischen Rituals oder einer Sekte. Bei seiner Rückkehr in die USA wurde der QAnon-Anhänger festgenommen – die Mutter der Kinder hatte die Polizei alarmiert.

          Bei seiner Vernehmung sagte Coleman den Angaben zufolge auch aus, dass er „von QAnon- und Iluminati-Verschwörungstheorien erleuchtet wurde und Visionen erhalten hat, dass seine Frau Schlangen-DNA hat und diese an die Kinder weitergegeben hat“. Deshalb habe er geglaubt, dass sich die Kinder „zu Monstern entwickeln“ und sie getötet.

          Laut der Online-Ausgabe der Los Angeles Times betreibt Coleman eine Surfschule im kalifornischen Santa Barbara.

          Das amerikanische Recht erlaubt die strafrechtliche Verfolgung von Morden, die in einem anderen Land begangen wurden, solange der Angeklagte und die Opfer US-Bürger sind und der Angeklagte das Land, in dem das Verbrechen begangen wurde, inzwischen verlassen hat. Das Gesetz wird allerdings nur selten angewendet und muss auf höchster Ebene des Justizministeriums genehmigt werden. In den vergangenen Jahren sei das zweimal in San Diego vorgekommen, schreibt die Los Angeles Times.

          Zu QAnon zählen eine Reihe von kruden Verschwörungstheorien. Unter anderem glauben seine Anhänger, dass der ehemalige amerikanische Präsident Donald Trump einen Staat von Satansanbetern bekämpfe, zu denen prominente demokratische Politiker und Prominente, Hollywoodstars, gehören, die Kinder in unterirdischen Tunneln gefangen halten, sie vergewaltigen und ihr Blut trinken, um sich zu verjüngen. Der Name der Bewegung steht für seinen Urheber, Q. Anons werden seine Anhänger genannt. Die Theorie ist zutiefst antisemitisch, sie bedient das uralte Klischee vom Juden, der Kinder ermordet. Auf Facebook hat die Gruppierung Millionen Mitglieder. Zu sehen sind ihre Anhänger nicht nur in den USA, auch auf Demonstrationen in Deutschland nehmen immer wieder Menschen teil, die sich QAnon zuordnen.

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