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Vergewaltigungsvorwurf : Strauss-Kahn zahlt angeblich Millionen an Zimmermädchen

  • -Aktualisiert am

Dominique Strauss-Kahn Bild: dapd

Der frühere IWF-Chef Strauss-Kahn muss sich nicht in einem Zivilverfahren wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung verantworten. Angeblich hat er sich gegen eine Millionenzahlung mit der Frau geeinigt, die ihn beschuldigt hatte. Die Anwälte dementieren. 

          Dominique Strauss-Kahn hat sich angeblich mit dem New Yorker Zimmermädchen Nafissatou Diallo geeinigt. Wie die „New York Times“ meldet, setzten die Anwälte beider Parteien eine Vereinbarung auf, die in der kommenden Woche vor dem Obersten Bezirksgericht der Bronx unterzeichnet werden soll.

          Laut „Le Monde“ hat der nach einer Anklage wegen sexueller Übergriffe zurückgetretene Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF) einer Schadenersatzzahlung an Diallo in Höhe von sechs Millionen Dollar zugestimmt. Die französischen Anwälte Strauss-Kahns sprachen am Freitag hingegen von „frei erfundenen Informationen“, die falsch seien.

          Die Einwanderin aus Guinea hatte eine Zivilklage gegen Strauss-Kahn eingereicht, nachdem er sie im Mai 2011 angeblich in einer Suite des Hotels Sofitel sexuell missbraucht hatte. Der Politiker sprach dagegen von einer einvernehmlichen sexuellen Begegnung.

          Nafissatou Diallo

          Wie die Anwälte der Vierunddreißigjährigen wiederholt andeuteten, waren aber weitere mutmaßliche Opfer bereit, in einem Zivilverfahren gegen Strauss-Kahn auszusagen. Der Strafprozess gegen den Dreiundsechzigjährigen wegen versuchter Vergewaltigung, erzwungenem Oralsex und Freiheitsberaubung war im Sommer 2011 eingestellt worden, als Zweifel an Diallos Glaubwürdigkeit aufkamen. In Frankreich ermitteln die Justizbehörden inzwischen wegen organisierter Zuhälterei gegen Strauss-Kahn, der an Sexpartys mit Prostituierten beteiligt gewesen sein soll.

          Bis zu der Begegnung mit dem Zimmermädchen, die der frühere IWF-Chef als „moralisches Versagen“ bezeichnete, galt Strauss-Kahn als möglicher Präsidentschaftskandidat der französischen Sozialisten. Die sechs Millionen Dollar hat Strauss-Kahn laut „Le Monde“ nicht selbst auf dem Konto. Drei Millionen wolle er über Bankkredite finanzieren, die andere Hälfte von seiner Frau Anne Sinclair leihen, schreibt die Zeitung. Die vermögende Journalistin und der ehemalige IWF-Chef leben seit Mitte des Jahres getrennt.

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