https://www.faz.net/-gum-9f3ju

Vergewaltigungsurteil : Jean-Claude Arnault geht in Berufung

  • Aktualisiert am

Jean-Claude Arnaul im September am Bezirksgericht Stockholm Bild: dpa

Der Auslöser des Eklats um den für dieses Jahr abgesagten Literaturnobelpreis will seine zweijährige Gefängnisstrafe nicht akzeptieren. Sein Anwalt fordert, das Urteil wegen Vergewaltigung und den Haftbefehl aufzuheben.

          Der in Schweden wegen Vergewaltigung zu einer zweijährigen Gefängnisstrafe verurteilte Franzose Jean-Claude Arnault will in Berufung gehen. Das zuständige Berufungsgericht (Svea Hovrätt) bestätige am Donnerstag einen entsprechenden Bericht der Zeitung „Aftonbladet“. Arnault, Auslöser des Eklats um den für dieses Jahr abgesagten Literaturnobelpreis, sitzt derzeit in Haft. Im Berufungsantrag fordert sein Anwalt, das Urteil wegen Vergewaltigung und den Haftbefehl gegen ihn aufzuheben. Ein Termin für eine erneute Gerichtsverhandlung steht noch nicht fest.

          Der 72-jährige Jean-Claude Arnault ist Ausgangspunkt des Skandals um den abgesagten Literaturnobelpreis. Der in Stockholms Kulturszene prominente Franzose ist mit Katarina Frostenson verheiratet, die der Schwedischen Akademie angehört. Die Akademie vergibt jedes Jahr den Literaturnobelpreis. In diesem Jahr wurde die Verleihung abgesagt, weil sich die Mitglieder zerstritten hatten. Grund waren unterschiedliche Auffassungen darüber, wie man mit den Vorwürfen gegen Arnault umgehen sollte.

          Arnault werden - neben Vergewaltigung - auch mehrere Fälle sexueller Belästigung vorgeworfen. Außerdem sollen er und seine Frau sich selbst Fördergelder zugeschanzt haben und auch Namen von Nobelpreisträgern nicht geheim gehalten haben. Da es einen regen Wettbetrieb rund um die Preise gibt, kann das durchaus lukrativ gewesen sein.

          Am 1. Oktober verurteilte ein schwedisches Gericht Arnault zu zwei Jahren Haft. Er bestreitet die ihm vorgeworfenen Taten aus dem Jahr 2011. Eine Anklage wegen Korruption wurde hingegen aus Mangel an Beweisen fallengelassen.

          Weitere Themen

          Drogenbaron tritt Haft im „Alcatraz der Rockies“ an

          „El Chapo“ : Drogenbaron tritt Haft im „Alcatraz der Rockies“ an

          Der einst mächtigste Drogenbaron der Welt soll seine lebenslange Strafe im Hochsicherheitsgefängnis „ADX Florence“ im amerikanischen Bundesstaat Colorado verbüßen. Zuvor hatte der Mexikaner mit spektakulären Ausbrüchen von sich Reden gemacht.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.