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Vergewaltigung in der Schule : Es geschah in der großen Pause – oder nicht?

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Einen ihrer früheren Ehemänner gewann sie trotz vorhergehender Trennung für eine Heirat, weil ihr Kind, mit dem sie schwanger sei, doch einen Vater brauche. Auch müsse das Kind finanziell abgesichert sein. Zuvor hatte sie dem Mann gesagt, sie leide an einer schweren Krankheit und habe nur noch wenig Zeit zu leben. Die Ehe wurde nach kurzer Zeit geschieden. Frau K. erstritt eine beachtliche Entschädigung.

Als Meisterin in schwarzer Magie soll sich Frau K. ausgegeben haben

Eine Kollegin des mutmaßlichen Opfers berichtet, bei einem Umzug hätten Frau K. zahlreiche Männer geholfen, die sie alle mit Umarmung und Kuss begrüßt habe. Sie sei körperbetont und leicht gekleidet gewesen und habe den Körperkontakt zu den Männern gesucht. Frau K. habe jedoch an Kopfweh gelitten und die Männer die Arbeit allein erledigen lassen. Frau K. berichtete der Kollegin von zahlreichen Männern in ihrem Leben, darunter auch zwei Polizisten, die jeweils durch einen Kopfschuss getötet worden seien. In der Wohnung unter Frau K. sei zudem ein Mann gestorben, berichtete die Kollegin, weil er nicht bereit gewesen sein soll, Frau K. „abzuhören“. Auch in der Heimat der Frau K., in Westfalen, sei jüngst ein junger Mann gestorben. Frau K. habe gesagt, wer ihr zu nahe komme, müsse sterben. Sie habe sich als Meisterin in schwarzer Magie ausgegeben.

Lierow zitiert aus einer polizeilichen Vernehmung der Hauptbelastungszeugin. Am 3. Oktober 2001 will Frau K. Herrn A. auf dem Marktplatz in Michelstadt gesehen haben. Er habe mit den Lippen geschnalzt und mit der Zunge Bewegungen gemacht, wie er das ihr gegenüber häufiger getan habe. Sie sei weggelaufen, aber er sei ihr gefolgt. Ihr Vater habe wiederum den Mann verfolgt. Die Eltern identifizieren A. später als den Mann auf dem Marktplatz anhand von Polizeifotos. A. saß zu diesem Zeitpunkt allerdings schon in Untersuchungshaft.

Verfahren gegen Frau K. wegen des Verdachts der Freiheitsberaubung eröffnet

Lierow zitiert einen Kriminaloberkommissar, der mit der Sache befasst war und Zweifel an den Aussagen der Zeugin K. hatte. Deren Angaben zur Tat, zum Tatort und den Tatumständen passten nicht zusammen. Zum Beispiel habe Frau K. angegeben, in ein Gebüsch geflohen zu sein, das aber nicht als Versteck geeignet gewesen sei. Lierow wird später in einer Sitzungspause auf dem Flur ergänzen, dass Frau K. nach der angeblichen Tat weiterhin Unterricht erteilt habe, als sei nichts geschehen.

Die Anwältin der Frau K., die als Nebenklägerin auftritt, zeiht den Anwalt des vermeintlichen Täters der „sicherlich nicht unklugen Taktik“, mit dem Vehikel von Beweisanträgen die Aussagen von Zeugen einzuführen, „die Gründe haben, Frau K. schaden zu wollen“. Die Zeugin K. solle schlecht gemacht werden, bevor sie eine Chance habe, aussagen zu können. Dann führt die Anwältin ihre Mandantin in den Saal, die beklommen wirkt. Frau K. macht die Angaben zur Person. Dann macht sie von ihrem Recht Gebrauch, die Aussage zu verweigern. Denn in Darmstadt hat die Staatsanwaltschaft unterdessen ein Verfahren gegen sie wegen des Verdachts der Freiheitsberaubung eröffnet – sie könnte mit ihrer Aussage den Kollegen A. ungerechtfertigt in Haft gebracht haben, sollte sie die Unwahrheit gesagt haben. Der Vorsitzende Richter in Kassel hatte Frau K. zuvor belehrt, dass eine Falschaussage mit bis zu zehn Jahren Freiheitsstrafe geahndet werden kann.

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