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Vergewaltigung bei Ulm : Vierzehnjährige kannte den jüngsten Verdächtigen

Die Ermittler nehmen an, dass sich die mutmaßlichen Täter gut gekannt haben. (Symbolbild) Bild: dpa

Nach der mutmaßlichen Vergewaltigung eines 14 Jahre alten Mädchens in der Nähe von Ulm ermittelt die Polizei mit 50 Beamten. Einen 14 Jahre alten Verdächtigen kannte das Opfer seit einiger Zeit.

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          Die mutmaßlich gemeinschaftlich begangene Vergewaltigung an einem 14 Jahre alten Mädchen in der Nähe der baden-württembergischen Stadt Ulm wird von der Staatsanwaltschaft als „sehr gravierend“ eingestuft. Nach derzeitigem Ermittlungsstand traf sich die Schülerin am Abend des 31. Oktobers in der Ulmer Innenstadt mit mehreren jungen Asylbewerbern.

          Rüdiger Soldt

          Politischer Korrespondent in Baden-Württemberg.

          Sie kannte nur den jüngsten der insgesamt fünf Tatverdächtigen, es handelte sich um einen ebenfalls 14 Jahre alten Schüler. Die Gruppe suchte am gleichen Abend in der kleinen Gemeinde Illerkirchberg eine Wohnung auf, in der einer der Verdächtigen lebt. Dort soll das Mädchen während der Nacht und des darauffolgenden Tages mehrfach vergewaltigt worden sein. In Ermittlerkreisen heißt es, dass an der Tat mehrere junge Männer beteiligt gewesen seien und das Mädchen zu allen erdenklichen Sexualpraktiken gezwungen worden sein soll.

          Erst am Abend des 1. Novembers kehrte das Mädchen wieder nach Ulm zurück, wo sie ihren Eltern von den schweren Straftaten berichtete. Das mutmaßliche Opfer wandte sich dann an die Ulmer Polizei, die nach der glaubhaften Zeugenaussage des Mädchens eine Ermittlungsgruppe mit 50 Beamten einrichtete. „Wir ermitteln gegen fünf Tatverdächtige wegen einer gemeinschaftlichen Vergewaltigung“, sagte der Sprecher der Ulmer Staatsanwaltschaft. Charakteristisch für die Tat sei das niedrige Alter des Opfers und dass es den Männern wahrscheinlich freiwillig in die Wohnung gefolgt sei. „Man muss von mehreren Taten an einem Tatort ausgehen. Derzeit werden DNA-Proben ausgewertet und die Handydaten analysiert“, sagte der Staatsanwalt.

          Die mutmaßlichen Täter sind 14, 15, 16, 24 und 26 Jahre alt. Den 14 Jahre alten Schüler kannte das Opfer seit einiger Zeit. Die Ermittler nehmen an, dass sich die mutmaßlichen Täter gut gekannt haben. Einige sollen die Schule besucht haben. Zu den Staatsangehörigkeiten der Verdächtigen macht die Staatsanwaltschaft keine Angaben. Als das Mädchen mit den jungen Männern in die Wohnung nach Illerkirchberg aufbrach, soll es alkoholisiert gewesen sein. In der Wohnung sollen dann Drogen konsumiert worden sein. Drei Verdächtige sitzen derzeit in Untersuchungshaft, gegen zwei weitere Verdächtige wird ermittelt. Einige der Verdächtigen seien polizeibekannt. „Unter den Verdächtigen befindet sich aber kein vorbestrafter Sexualstraftäter“, sagte der Staatsanwalt.

          Der Ulmer Oberbürgermeister Gunter Czisch (CDU) sagte der Zeitung „Südwest-Presse“: „Ich bin dankbar für die schnelle Reaktion der Sicherheitsbehörden. Das ist ein ganz wichtiges Signal. Der Rechtsstaat muss jetzt klare Kante zeigen. Und zwar egal woher jemand kommt.“ Auch im bayerischen Neu-Ulm gab es am Abend des gleichen Tages eine versuchte Vergewaltigung.

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