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Vereinigte Staaten : Proteste nach tödlichem Polizeischuss auf Schwarzen

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Der tödliche Schuss auf einen Schwarzen hat in Oakland/Kalifornien erhebliche Proteste ausgelöst Bild: dpa

Die Erschießung eines unbewaffneten Schwarzen durch die Polizei hat in Kalifornien erhebliche Proteste ausgelöst. In der Stadt Oakland wurden mehr als 100 Menschen festgenommen. Der Vorfall, der sich am Neujahrstag ereignete, war von Passanten mit Handykameras gefilmt worden. Demnach lag der Mann bereits gefesselt am Boden, als der Schuss fiel.

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          Videos von einem tödlichen Polizeischuss auf einen schwarzen Amerikaner am Neujahrstag haben in Kalifornien gewaltsame Proteste ausgelöst. Die Polizei verstärkte am Donnerstag ihre Präsenz in Oakland, nachdem es am Vortag zu Ausschreitungen aufgebrachter Demonstranten gekommen war. Hunderte Geschäfte wurden beschädigt, mehr als 100 Personen festgenommen.

          Bürgermeister Ron Dellums rief zu Ruhe auf. Die von Augenzeugen mit ihren Mobiltelefonen aufgenommenen Videos sind auf verschiedenen Websites zu sehen. Sie zeigen, wie Polizisten auf einem Bahnsteig einen offenbar unbewaffneten Schwarzen mit dem Gesicht nach unten auf den Boden zwingen und einer der Sicherheitskräfte dem Mann in den Rücken schießt.

          Waffe mit Elektroschocker verwechselt?

          Der Anwalt der Familie des Toten warf den Polizisten rassistische Äußerungen bei der Festnahmeaktion vor. Die Polizei griff nach Berichten über Kämpfe an Bord eines Zuges ein. Im Bahnhof Fruitvale zog sie mehrere junge Männer aus dem Zug, vernahm sie und hielt sie fest - darunter auch den 22 Jahre alten Oscar Grant, der an dem Schuss aus der Polizeiwaffe starb.

          Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen eingeleitet, die Polizei sagte am Donnerstag eigene Untersuchungen zu. Der betroffene Beamte wurde bislang nicht offiziell eines Fehlverhaltens beschuldigt. Es wurde auch spekuliert, ob der der Polizist die Schusswaffe mit seinem Elektroschocker verwechselt haben könnte.

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