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Vereinigte Staaten : Alabama berät über Zwangskastration

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In Deutschland werden Sexualstraftäter – wie hier in Bruchsal – bloß eingesperrt. In Alabama werden sie künftig vielleicht zwangskastriert. Bild: dpa

Zwangskastration für Sexualstraftäter? Was klingt wie eine Stammtischparole, wird im amerikanischen Bundesstaat Alabama ernsthaft debattiert.

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          Der Rechtsausschuss des amerikanischen Bundesstaates Alabama berät abermals über einen Gesetzentwurf, der vorsieht, Sexualstraftäter vor der Entlassung aus dem Gefängnis auf eigene Kosten chirurgisch zu kastrieren. Der Entwurf des republikanischen Abgeordneten Steve Hurst sieht vor, verurteilte Männer und Frauen, die Kinder unter zwölf Jahren missbrauchten, einer Operation zu unterziehen.

          „Wer Kinder für das Leben zeichnet, soll ebenfalls für sein Leben gezeichnet werden“, sagte der Politiker aus Munford dem Sender CBS. Hurst hatte schon vor drei Jahren versucht, ein entsprechendes Gesetz verabschieden zu lassen.

          Kritik von Bürgerrechtsorganisationen

          Während Bundesstaaten wie Kalifornien, Florida und Montana Testosteron senkende Medikamente für Sexualstraftäter oder das freiwillige Entfernen der Hoden vorsehen, wäre Alabama der erste Bundesstaat, der verurteilte Verbrecher zu einer chirurgischen Kastration zwingt.

          In den vergangenen Jahren hatten Bürgerrechtsorganisationen wie die American Civil Liberties Union (ACLU) Kastrationen wiederholt als grausame und außergewöhnliche Strafe moniert, die dem achten Zusatzartikel der amerikanischen Verfassung widerspreche.

          Sexualstraftäter wie der texanische Serienvergewaltiger Larry Don McQuay hatten sich dagegen immer wieder für die chirurgische Entfernung der Hoden ausgesprochen.

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