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Verden : Staatsanwaltschaft verkauft Fluchtfahrzeug mit Mordwaffe

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Die Staatsanwaltschaft Verden hat das Fluchtfahrzeug eines mutmaßlichen Mörders verkauft - und die darin versteckte Tatwaffe. Erst der ahnungslose Käufer entdeckte die Pistole.

          Die Staatsanwaltschaft Verden hat das Fluchtfahrzeug eines mutmaßlichen Mörders einschließlich der darin unentdeckten Mordwaffe verkauft. Der Käufer habe die Waffe im Fahrzeug entdeckt, sagte am Freitag ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Verden und bestätigte einen Bericht des „Weser Kuriers“. Es handelte sich um das Auto eines 36 Jahre alten Vaters, der Ende 2011 in Stolzenau seine 13 Jahre alte Tochter erschossen hatte. Der Mann ist seitdem untergetaucht.

          Die Polizei hatte das Fluchtfahrzeug wenige Tage nach dem Verbrechen in Minden entdeckt. Bei der Durchsuchung hatten die Ermittler die Tatwaffe trotz des Einsatzes von Hunden nicht gefunden. Erst der Käufer - ein Mann aus Nienburg - habe die Pistole entdeckt, sagte Oberstaatsanwalt Jann Scheerer. Die Ermittlungsbehörden hatten Ende August mitgeteilt, die Tatwaffe sei entdeckt worden, dabei jedoch keine Angaben zum Ort und Ablauf des Funds gemacht.

          Der flüchtige Vater hatte die 13 Jahre alte Souzan am 5. Dezember auf offener Straße erschossen. Ein halbes Jahr vor der Tat war das Mädchen wegen familiärer Spannungen mit Zustimmung des Jugendamtes in ein Heim gezogen. Auslöser des Verbrechens könnte das Vorhaben des Landkreises Nienburg gewesen sein, den Eltern das Sorgerecht zu entziehen.

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