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Messerattacke auf drei Frauen : Verdächtiger in Nürnberg schweigt zu den Vorwürfen

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Roman Fertinger, Polizeipräsident des Polizeipräsidiums Mittelfranken, zeigt ein Foto der Tatwaffe. Bild: dpa

Die Ermittler in Nürnberg haben nach den Messerattacken auf drei Frauen DNA-Spuren an der Kleidung und dem Messer eines 38 Jahre alten Mannes gefunden. Er sitzt seit Samstag in Untersuchungshaft und ist bereits mehrfach vorbestraft.

          Gegen den im Rahmen der Fahndung nach der Messerattacke auf drei Frauen in Nürnberg festgenommen Mann besteht nach Angaben der Ermittler ein „dringender Tatverdacht“. Das teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Sonntagmittag bei einer Pressekonferenz in Nürnberg mit. Die Ermittler hätten DNA-Spuren der Opfer an seiner Kleidung und an einem Messer, das der 38 Jahre alte Mann mit sich führte, festgestellt, sagte der leitende Kriminaldirektor Thilo Bachmann. Angaben zu den Vorwürfen habe er bislang nicht gemacht.

          Im Rahmen der „intensiven Fahnung“ nach den Taten sei der Mann bereits am Freitagmorgen von Beamten kontrolliert wurden. Seine Kleidung habe auf die Täterbeschreibung gepasst und die Einsatzkräfte ein Messer gefunden, für dass der Mann keine schlüssige Erklärung gehabt habe. Er sei dann zunächst wegen eines Eigentumsdelikts festgenommen worden, das er zwei Stunden vor der ersten Messerattacke am Donnerstagabend begangenen haben soll. Die Fahndungsmaßnahmen wurden deshalb aufrecht erhalten. Erst die Auswertung der Spuren hätten dann den Verdacht bezüglich der Messerattacken erhärtet. Über die Festnahme informierte die Polizei dann am Samstagabend, um Falschmeldungen zu vermeiden. Der Mann sitzt mittlerweile in Untersuchungshaft.

          Der Verdächtige hat mehrere Vorstrafen

          Bei dem Verdächtigen handelt es sich laut Oberstaatsanwältin Antje Gabriels-Gorsolke um einen 38 Jahre alten Mann mit deutscher Staatsangehörigkeit ohne festen Wohnsitz. Er habe ein langes Vorstrafenregister, die Taten seien ein „Spaziergang quer durchs Strafgesetzbuch“. Zuletzt sei er im März 2018 wegen Diebstahls und Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Auch eine Jugendstrafe wegen Vergewaltigung habe es gegeben. Auf Bewährung war er zum Tatzeitpunkt nicht, seine letzte Haftstrafe verbüßte er 2015, so Gabriels-Gorsolke. Ein Haftbefehl wegen versuchten Mordes in drei Fällen soll in den kommenden Tagen beantragt werden.

          Der 38-Jährige hielt sich laut Kriminaldirektor Bachmann seit etwa einer Woche in Nürnberg auf. Warum er dort war, sei nun Teil der Ermittlungen. „Mit wem haben wir es zu tun? Wo war er überall? Ist er für weitere ähnliche Taten im Bundesgebiet verantwortlich?“, das seien Fragen, die die Ermittler in den kommenden Wochen beschäftigen würden. Auch ein Motiv gibt es bislang nicht. 

          Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann zeigte sich erleichtert über die Festnahme. „So entsetzt wird über die Angriffe waren, so erleichtert sind wir über den Fahndungserfolg“, sagte er zu Beginn der Pressekonferenz. Das vorliegende Ergebnis sei „belastbar“.  „Es war wichtig, dass gezielt die sichtbare Polizeipräsenz in der Stadt verstärkt wurde“, lobt er das Vorgehen der Polizei und bedankte sich bei den Einsatzkräften sowie den Rettungskräften und den Ärzten. Den Opfern wünschte er eine schnelle Genesung. 

          Am Donnerstagabend waren binnen drei Stunden drei Frauen im Alter von 26, 34 und 56 Jahren im Nürnberger Stadtteil St. Johannis niedergestochen und schwer verletzt worden. Alle drei Opfer mussten notoperiert werden. Eine Fahndung der Polizei am selben Abend blieb erfolglos. Eine Sonderkommission aus 40 Beamten nahm am Freitag die Ermittlungen auf und erhielt bis Samstagmittag rund 120 Hinweise zu den Taten.

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