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„Psychisch krank“ : Verdächtiger gesteht Anschlag in St. Petersburg

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Eine Spur der Verwüstung in dem Supermarkt in St. Petersburg, bei dem am vergangenen Mittwoch 18 Menschen verletzt wurden. Bild: dpa

Nach dem Bombenanschlag in St. Petersburg haben Sicherheitskräfte schnell einen Mann festgenommen. Nun hat der Verdächtige gestanden - und dabei eine Behauptung der Terrormiliz „Islamischer Staat“ widerlegt.

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          Der Verdächtige, der nach dem Bombenanschlag in St. Petersburg festgenommen worden ist, hat die Tat mit 18 Verletzten nach Angaben der Ermittler gestanden. „Während der Befragung hat der Verdächtige bestätigt, dass er das Verbrechen organisiert und ausgeführt hat“, erklärte das russische Ermittlungskomitee am Sonntag. Seine Tat sei durch seinen „Hass“ auf das Personal der psychologischen Kliniken motiviert gewesen, in denen er behandelt worden sei.

          Laut Ermittlungskomitee hatte der Verdächtige in der Nähe des Anschlagsorts zwei USB-Speichersticks versteckt, auf denen Informationen zu seinen Tatmotiven und ein Foto des verwendeten Sprengsatzes gespeichert gewesen seien. Bei dem Anschlag mit dem selbstgebauten Sprengsatz, der in einem Schließfach in einem Supermarkt plaziert worden war, waren am Mittwoch 18 Menschen verletzt worden.

          Der 35-jährige Dmitri L. aus St. Petersburg war am Samstag bei einem Sondereinsatz festgenommen worden. Nach Angaben der Ermittler war er seit dem Alter von 19 Jahren in einer psychiatrischen Klinik registriert. Die russische Nachrichtenagentur RIA Nowosti berichtete, ein Gericht in St. Petersburg habe die Untersuchungshaft für den Verdächtigen bis zum 28. Februar verlängert.

          Die Nachrichtenagentur Interfax hatte unter Berufung auf Ermittlerkreise berichtet, der Verdächtige sei Mitglied der nationalistischen Bewegung „New Age“. Die amtliche Nachrichtenagentur Tass zitierte einen Polizeivertreter mit den Worten, der Verdächtige sei in einer psychiatrischen Klinik registriert und führe ein „asoziales Leben“. Laut der Internetseite Fontanka.ru war der mutmaßliche Attentäter bereits wegen Drogenbesitzes vorbestraft.

          Hingegen hatte die Dschihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) den Anschlag am Freitag für sich reklamiert. In einer Erklärung, die vom IS-Propagandaorgan Amaq verbreitet wurde, hieß es, der Anschlag sei von einer „Gruppe“ mit Verbindungen zum IS verübt worden.

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