https://www.faz.net/-gum-98mz6

Verdächtiger festgenommen : Todesopfer nach Brandstiftung in Leipzig gefunden

  • Aktualisiert am

Polizei und Feuerwehr sind am Morgen nach einem Brand in einem Wohnhaus in der Wurzener Straße in Leipzig mit Sicherungsarbeiten beschäftigt. Bild: dpa

In Leipzig sind bei einem Feuer in einem Mehrfamilienhaus viele Menschen verletzt worden. Der Zustand eines Schwerverletzten ist kritisch. Die Polizei hat einen Bewohner festgenommen.

          1 Min.

          Ein Mehrfamilienhaus in Leipzig ist in der Nacht zum Karfreitag ausgebrannt und im Innern komplett zerstört worden. Bei dem Feuer wurden 16 Menschen verletzt, darunter auch Kinder. Der Zustand eines Schwerverletzten ist nach Angaben der Polizei kritisch. Nach Abschluss der Löscharbeiten fand die Feuerwehr am Vormittag eine Leiche. Sie ist noch nicht identifiziert. Die Polizei geht von vorsätzlicher Brandstiftung aus, ein Verdächtiger wurde vorläufig festgenommen.

          An dem Großeinsatz in der Nacht waren rund 60 Feuerwehrleute, 25 Rettungssanitäter und 60 Polizisten beteiligt. 34 Bewohner im Alter von acht Monaten bis 79 Jahren wurden in Sicherheit gebracht. Das Gebäude, in dem überwiegend Ausländer lebten, ist unbewohnbar. Ein Übergreifen auf Nachbargebäude konnte verhindert werden.

          Im Fall des vorläufig Festgenommenen besteht ein Anfangsverdacht, sagte ein Polizeisprecher. Es handle sich um einen 32 Jahre alten syrischen Hausbewohner. Hintergründe und Motiv sind unklar. Auch zur Brandursache wird noch ermittelt.

          Das Feuer brach im hölzernen Treppenhaus des Altbaus aus und breitete sich schnell nach oben bis zum Dach und in die Wohnungen aus. „Es wirkte wie Zunder“, sagte der Polizeisprecher. Als die Feuerwehr eintraf, drang bereits starker Rauch aus mehreren Fenstern des fünfstöckigen Eckhauses im Stadtteil Volkmarsdorf.

          Feuerwehrleute konnten Gebäude nicht betreten

          Der Fluchtweg über die Treppen war versperrt, mehrere Bewohner wurden über Drehleitern herausgeholt. Zwei auf dem Dach stehende Menschen sprangen in vorbereitete Luftpolster. Mehrere Kinder wurden wegen Verdachts auf Rauchvergiftung untersucht.

          Die Löscharbeiten dauerten bis zum Vormittag an. Die Feuerwehrleute konnten das Gebäude nicht betreten. Zudem stürzte das Treppenhaus teilweise ein.

          Bei der Überprüfung der Wohnungen mit Wärmebildkameras wurde in der vierten Etage die Leiche entdeckt. Sie konnte zunächst nicht geborgen werden. Dem Brand fielen laut Polizei auch mehrere Haustiere zum Opfer.

          Die Bewohner des fünfstöckigen Gebäudes kamen bei Verwandten und Freunden unter oder wurden von der Stadt untergebracht. Auch die Nachbarhäuser waren evakuiert worden, die Mieter konnten inzwischen aber wieder zurück.

          Weitere Themen

          Bisher 300 Hochhausbewohner getestet

          Liveblog zum Coronavirus : Bisher 300 Hochhausbewohner getestet

          350 Personen nach Gottesdiensten in Vorpommern isoliert +++ Niederländische Farmen müssen Nerze töten +++ RKI: 407 bestätigte neue Fälle +++ Medikament Hydroxychloroquine bei Studie durchgefallen +++ Alle Entwicklungen im Liveblog.

          330 Tonnen Kraftstoff beseitigt

          Diesel-Katastrophe in Sibirien : 330 Tonnen Kraftstoff beseitigt

          21.000 Tonnen ausgetretener Diesel-Kraftstoff verunreinigen nach einem Leck in einem Kraftwerk die Naturgebiete am Nordpolarmeer. Ein Bruchteil davon wurde nun von Spezialisten entfernt. Die Katastrophe hätte wohl verhindert werden können.

          Topmeldungen

          Gut gelaunt mit amerikanischen Soldaten am Truppenstützpunkt Ramstein: Amerikas Präsident Donald Trump im Jahr 2018.

          Trumps Abzugspläne : Ein weiterer Tiefschlag

          Sollten Tausende amerikanische Soldaten Deutschland verlassen, würde das vor allem dem Pentagon selbst zu schaffen machen. Für das transatlantische Verhältnis aber verheißt er nichts Gutes.

          Proteste gegen Rassismus : Die Welt solidarisiert sich mit George Floyd

          In Deutschland protestieren Zehntausende in mehreren Großstädten gegen Rassismus und Polizeigewalt. Allein in München gehen mehr als 20.000 Menschen auf die Straße. Auch in anderen Ländern kommt es zu Protesten – entgegen der Empfehlung der Behörden.
          Nicht nur Gnabry (links) und Goretzka trafen für den FC Bayern in Leverkusen.

          4:2 in Leverkusen : Der FC Bayern ist eine Klasse für sich

          Die Münchner meistern die wohl größte Hürde, die auf dem Weg zum Titel noch zu nehmen war, mit dem klaren Sieg in Leverkusen souverän. Die fußballerische Perfektion erinnert an die besten Phasen unter Pep Guardiola.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.