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Neuseeland : Verbrecher wird Eitelkeit zum Verhängnis

Das Fahndungsfoto, das dem Gesuchten nicht gefiel Bild: reddit/Aupajo

Kein Witz: Ein Gesuchter meldet sich bei der Polizei, weil ihm das Fahndungsfoto nicht gefällt – und zieht damit so viel Aufmerksamkeit auf sich, dass er geschnappt werden kann. So geschehen in Neuseeland.

          Meldet sich ein Gesuchter bei der Polizei, weil ihm sein Fahndungsfoto nicht gefällt – was klingt, wie der Anfang eines Witzes, ist in Christchurch in Neuseeland tatsächlich passiert. Die örtliche Polizei veröffentlicht bei Facebook häufig Fotos von Gesuchten und bittet ihre fast 33.000 Fans um Mithilfe. So auch bei einem gewissen Sam Lake, hochgezogene Augenbrauen, tätowiert, verschämter Blick.

          Jonas Jansen

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für die „Netzwirtschaft“.

          Doch plötzlich kommentiert der Gesuchte selbst unter dem Bild: „Ich brauche ein neues Fahndungsfoto“, woraufhin sich ein Dialog zwischen Polizei und dem Gesuchten entspinnt. „Komm her, dann arrangieren wir dir kostenlos ein Neues“, antwortet die Polizei schlagfertig. Lake kommentiert lakonisch „wenn die Polizei doch genauso gut fahnden wie antworten würde...“. Doch offensichtlich beherrscht die Polizei in Christchurch nicht nur die sozialen Medien, sondern auch die gute, alte Polizeiarbeit. Kurze Zeit später vermeldete die Seite: „Danke an alle, die geholfen haben, Mr. Lake heute in Wellington aufzuspüren“.

          Der Gefangene teilt sich schon wieder mit

          Den ursprünglichen Aufruf samt Fahndungsfoto hat die Polizei inzwischen gelöscht. Ein besonders schlimmes Verbrechen kann Lake nicht verübt haben: Der Gefangene postete direkt am folgenden Morgen ein Statusupdate auf seiner Facebook-Seite: „Der Polizeihund hat zwar mein Bein zerstört, aber wenigstens bin ich  frei.“ Inzwischen hat Lake sein Fahndungsfoto einfach selbst überarbeitet, weil es ihm offensichtlich nicht gefiel. Eingebaut hat er das Gesicht von Derek Zoolander, „dem bekanntesten Model der Welt“ aus der gleichnamigen Komödie von und mit Ben Stiller. Schlagfertigkeit beherrscht also nicht bloß die Polizei in Christchurch.

          Über das Katz-und-Maus-Spiel mit FAZ.NET sprechen wollte zwar weder der Gesuchte, noch die Polizei, doch für die 15 Minuten Internetruhm hat es gereicht. Dabei ist Lake gar nicht der erste Neuseeländer, der solche Internetgespräche mit der Polizei führte: In der Tauhara Paetiki Area in Taupo hat ein gewisser Michael Hagger ebenfalls auf eine Fahndung reagiert: Mit einem simplen „hoo rah“.

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