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Verbrechen : Mutmaßlicher Mörder von Augsburg tötet sich selbst

  • Aktualisiert am

Vehement bereits bei seiner Festnahme: Ali Göbelek Bild: dpa/dpaweb

Offenbar aus Verzweiflung hat sich der mutmaßliche fünffache Mörder von Augsburg in der türkischen Haft selbst getötet. Er hatte stets seine Unschuld an dem Familienmord beteuert.

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          Der mutmaßliche Fünffachmörder von Augsburg hat sich in türkischer Untersuchungshaft das Leben genommen. Das meldete die türkische Nachrichtenagentur Anadolu am Montag. Rund zweieinhalb Monate nach der Tat habe sich der 37jährige Ali Göbelek im Gefängnis in seiner Heimatstadt Adana mit einer Rasierklinge die Kehle durchgeschnitten, hieß es. Er sei tot in der Dusche aufgefunden worden.

          Anadolu zitierte den Staatsanwalt Cemal Sahir Gurcay mit den Angaben, Göbelek sei in Behandlung gewesen, nachdem er im April einen Selbstmord in derselben Art und Weise angekündigt habe. Göbeleks Bruder Süleyman sagte der Agentur: „Wir dachten, daß so etwas passieren könnte.“ Göbelek hatte auf seine Unschuld beharrt und erklärt, nicht der Mörder seiner Frau und deren siebenjährige Tochter aus erster Ehe, seines Schwagers, seiner Schwiegermutter und eines Tschechen gewesen zu sein, der bei der türkischen Familie in Augsburg zu Besuch war. Anadolu zitierte Süleyman Göbelek mit den Worten, sein Bruder habe privat den fünffachen Mord gestanden.

          Staatsanwalt bestätigt den Tod

          Der Augsburger Leitende Oberstaatsanwalt Reinhard Nemetz bestätigte unter Berufung auf das Bundeskriminalamt (BKA) Göbeleks Tod. Dem BKA lägen entsprechende Informationen von der Polizei in Ankara vor. Sie seien von der türkischen Justiz allerdings noch nicht offiziell bestätigt worden. Göbelek soll im März in Augsburg seine Familienangehörigen und den Tschechen erstochen haben. Anschließend flüchtete der 37jährige in seine Heimatstadt Adana und wurde dort Ende März nach einer Schießerei festgenommen.

          Die Alleintäterschaft des 37jährigen ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft durch Tatortspuren eindeutig belegt. So sei sein genetischer Fingerabdruck auf einer Blutspur gefunden worden. Alle weiteren Spuren deuteten darauf hin, daß Göbelek die türkische Familie und deren Gast allein ermordet habe. Das Verbrechen im Augsburger Stadtteil Bärenkeller hatte in Deutschland und der Türkei für Schlagzeilen gesorgt.

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