https://www.faz.net/-gum-sgu7

Verbrechen : Alexandras Leiche lag unter mehreren Schichten Lehm

  • Aktualisiert am

Tot aufgefunden: Alexandra Ryll Bild: dpa/dpaweb

Die Befürchtungen haben sich bestätigt: Die seit 18 Monaten vermißte Alexandra Ryll ist tot. Ihre Leiche wurde im Keller des Nachbarhauses entdeckt - so fachgerecht vergraben, daß die Spürhunde nicht anschlagen konnten.

          1 Min.

          Die seit 2004 vermißte Alexandra Ryll aus Neujanisroda in Sachsen-Anhalt ist tot. Bei der am Mittwoch gefundenen Leiche im Keller des Nachbarhauses handele es sich eindeutig um die junge Frau, teilten am Donnerstag in Merseburg Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Die Todesursache sei noch nicht ermittelt worden. Die Rechtsmediziner hätten sich zunächst darauf konzentriert, die Identität festzustellen.

          Die Leiche der 22 Jahre alten Frau war nach Grabungen der Polizei „zusammengefaltet“ in einem 50 mal 50 Zentimeter kleinen Loch entdeckt worden. An der Stelle waren im Verlauf der Fahndung schon mehrere Suchhunde zum Einsatz gekommen, sie hatten allerdings nicht angeschlagen. Ob der Täter die Besonderheiten des Lehmbodens bewußt oder unbewußt ausnutzte, müssen die weiteren Ermittlungen ergeben, sagte Oberstaatsanwalt Hans-Jürgen Neufang.

          Hunde konnten nicht anschlagen

          Fest stehe, daß nacheinander mehrere Schichten Lehm mit Wasser über der Leiche eingeschlemmt und jeweils verdichtet worden waren. Dadurch kam es zu einem Luftabschluß, so daß die Hunde unmöglich anschlagen konnten. Der Fundort war die einzige Stelle im Keller, an der die Polizei bis zum Mittwoch noch nicht gegraben hatte.

          Der 38 Jahre alte Nachbar war Anfang dieses Jahres wegen sexueller Nötigung und Körperverletzung an seiner ehemaligen Freundin zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Gegen ihn wird nun wegen Mordes zur Verdeckung einer Straftat ermittelt. Die Polizei geht davon aus, daß der Mann die damals 21 Jahre alte Alexandra vergewaltigt hat. In seinem Haus wurden das Handy und ein Fußkettchen mit DNA-Spuren der Vermißten entdeckt. Nachdem die Suche nach der Leiche auf seinem Grundstück zunächst keine Ergebnisse gebracht hatte, setzten die Ermittler am Dienstag erstmals ein spezielles Bodenradargerät ein.

          Die Familie habe die Nachricht vom Tod ihrer Tochter gefaßt aufgenommen, sagte Oberstaatsanwalt Neufang. Nach derzeitigem Erkenntnisstand sei ausgeschlossen, daß es noch einen zweiten Täter gibt, der dem Mann geholfen haben könnte. Insgesamt wurden etwa 400 Spuren ausgewertet.

          Weitere Themen

          EuGH bestätigt Fangverbot

          Schutz der Meere : EuGH bestätigt Fangverbot

          Fische dürfen nicht mehr mit Stromstößen ins Netz gescheucht werden. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat das Verbot dieser Fischfangtechnik bestätigt und eine Klage der Niederlande abgewiesen.

          Baden-Württemberg setzt Notbremse bereits Montag um

          Corona-Liveblog : Baden-Württemberg setzt Notbremse bereits Montag um

          Mehr als 20 Millionen Impfungen in Deutschland +++ Merkel will sich am Freitag offenbar mit Astra-Zeneca impfen lassen +++ Stiko-Chef gegen Aufhebung von Impfpriorisierung +++ Wieler: Intensivpatienten werden immer jünger +++ Alle Entwicklungen im Liveblog.

          Topmeldungen

          So sieht der EQS aus.

          Der neue EQS : 770 Kilometer soll er schaffen

          Der EQS ist die elektrische Version der S-Klasse und gleichzeitig deren Konkurrent. Mit beiden will Daimler dicke Margen einfahren.
          Die damalige Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Linke) und der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) besuchen im September 2019 Baustellen landeseigener Wohnungsbaugesellschaften.

          Berliner Mietendeckel : Ein Desaster für Rot-Rot-Grün

          Der gescheiterte Mietendeckel in Berlin war das zentrale Projekt von SPD, Grünen und Linken. Aufgeben wollen die Parteien die Idee aber nicht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.