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Alabama : Hinrichtung nach sieben Aufschüben

  • -Aktualisiert am

Ein Hinrichtungsraum in Oklahoma (Archivbild) Bild: AP

In den Vereinigten Staaten ist ein Doppelmörder mit einer Giftspritze hingerichtet worden. In den vergangenen 16 Jahren hatten seine Anwälte immer wieder Aufschübe erwirkt.

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          Mehr als 35 Jahre nach den tödlichen Schüssen auf einen schlafenden Schiffsingenieur hat der amerikanische Bundesstaat Alabama den Mörder Tommy Arthur hingerichtet. Der Fünfundsiebzigjährige starb in der Nacht zu Freitag in der Holman Correctional Facility durch eine Giftspritze.

          In den vergangenen 16 Jahren drohte Arthur bereits sieben Mal der Gang in den Hinrichtungsraum. Durch juristische Scharmützel und Gnadengesuche erwirkten seine Anwälte aber immer wieder einen Aufschub. Der „Houdini des Todestraktes“, wie Arthur genannt wurde, hatte vor dem achten Exekutionstermin auf die traditionelle letzte Mahlzeit verzichtet. Wie er sagte, wollte er die Steuerzahler in Alabama schonen.

          Tommy Arthur

          Bei einem Arbeitseinsatz außerhalb des Gefängnisses, wo Arthur nach der Ermordung seiner Schwägerin eine lebenslange Haftstrafe verbüßte, erschoss er im Februar 1977 den schlafenden Troy Wicker. Wickers Ehefrau Judy hatte den Freigänger damals zu dem Mord angestiftet. Nach einem aufsehenerregenden Prozess verurteilte ihn die Jury ein Jahr später zum Tod.

          Debatte über die Todesstrafe abermals befeuert

          Die Hinrichtung des Doppelmörders befeuerte in den Vereinigten Staaten abermals die Debatte über die Todesstrafe, weil Arthurs Anwälte das Hinrichtungsgift Midazolam moniert hatten. Vor vier Wochen wurden im Bundesstaat Arkansas innerhalb weniger Tage bereits vier Mörder mit dem umstrittenen Medikament getötet, weil das Haltbarkeitsdatum des Hypnotikums erreicht war.

          Nach der Weigerung amerikanischer und europäischer Pharmaunternehmen, Medikamente für Hinrichtungen zu produzieren, werden in den Vereinigten Staaten die Giftvorräte knapp. Um Mischungen nicht zugelassener Anbieter zu verhindern, entschied ein Gericht in Texas am Donnerstag, dass die Gefängnisbehörde des Bundesstaates künftig die Herkunft der Hinrichtungsgifte belegen muss.

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