https://www.faz.net/-gum-agd45

Zahlen für 2020 : Anzahl der Morde in den USA dramatisch gestiegen

  • Aktualisiert am

Eindecken für die Pandemie: Amerikaner warten im März 2020 vor einem Waffenladen in Culver City. Bild: dpa

2020 wurden fast 21.600 Amerikaner ermordet. Kriminologen verweisen als Grund für die gestiegene Anzahl an Morden in den USA auf die Corona-Pandemie. Es wurden aber auch mehr Waffen als sonst verkauft.

          1 Min.

          Die Zahl von Morden in den Vereinigten Staaten hat 2020 einen stärkeren Sprung gemacht als in früheren Jahren. Laut Daten der amerikanischen Bundespolizei (FBI) von Montag zählten die Justizbehörden der einzelnen Städte durchschnittlich etwa 30 Prozent mehr Tötungsdelikte als 2019. Insgesamt wurden zwischen Januar und Dezember 2020 fast 21.600 Amerikaner ermordet, etwa 4900 mehr als im Vorjahr. Damit stieg die Zahl der sogenannten Homizide stärker als in jedem anderen Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen vor knapp 60 Jahren. Auch die Zahl von Verbrechen wie Körperverletzung, Vergewaltigung und Raubüberfälle nahm im vergangenen Jahr eher stark zu.

          Der Kriminologe James Alan Fox, der an der Northeastern University in Boston (Massachusetts) zu Gewaltverbrechen forscht, verwies auf die besonderen Umstände des Jahres 2020, die den rasanten Anstieg voraussichtlich zu einem Ausreißer machten. „Das vergangene Jahr war in vielerlei Hinsicht einzigartig. Wegen der Pandemie haben die Menschen nicht ihr gewohntes Leben gelebt: Kinder waren nicht in der Schule, Erwachsene nicht bei der Arbeit“, sagte Fox der USA Today. Zudem sei die amerikanische Gesellschaft in politischen und sozialen Fragen sowie bei der Eindämmung des Coronavirus gespalten gewesen. Gleichzeitig wurden mehr Waffen verkauft. „Im Eifer des Gefechts wurden diese Waffen dann auch irgendwann eingesetzt“, fasste der Kriminologe zusammen. Laut der Erhebung des FBI kamen bei mehr als drei von vier Morden im Jahr 2020 Handfeuerwaffen oder Gewehre zum Einsatz.

          Fachleute verglichen den rasanten Anstieg derweil mit den Verbrechenswellen der Neunziger in den USA. Die Zahl der Gewaltverbrechen liege zwar weit niedriger als damals. Während in den Neunzigern aber vor allem Metropolen wie Los Angeles und New York heimgesucht wurden, verzeichneten im vergangenen Jahr auch kleinere Städte mehr Morde.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Woran festhalten, was erneuern? Hendrik Wüst blickt nach vorne.

          Kritik an Parteispitze : Die Abrechnung der Jungen Union

          Fehlende thematische Positionierung, Störfeuer aus Bayern und eine Kampagne, die zum Teil „nur noch zum Haare raufen“ gewesen sei: Der Parteinachwuchs ist beim Deutschlandtag gereizt.
          Die unbekannte Oberschicht, hier mal wieder reduziert auf maßlos überteuerte Handtaschen.

          Soziologie : Unbekanntes Wesen Oberschicht

          Anders als die Gruppe der Niedrigverdiener und die Mittelklasse ist die reiche Oberschicht soziologisch kaum erforscht. Umso trefflicher lässt sich darüber streiten.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.