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Urteil : Höchste Jugendstrafe für Mörder des kleinen Christian

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Gedenkstätte für Christian in Zehlendorf (2005) Bild: picture-alliance/ dpa/dpaweb

Der jugendliche Mörder des sieben Jahre alten Christian aus Berlin-Zehlendorf muß für zehn Jahre ins Gefängnis. Die Richter verhängten damit für den „Mord aus Frust“ die höchstmögliche Jugendstrafe.

          Der Mörder des sieben Jahre alten Christian aus Berlin-Zehlendorf muß für zehn Jahre ins Gefängnis. Das Landgericht Berlin verhängte gegen den damals 16jährigen am Dienstag die höchstmögliche Jugendstrafe, sagte Gerichtssprecher Michael Grunwald. Das Urteil entspricht der Forderung der Staatsanwaltschaft.

          Der Verurteilte hatte zu Prozeßbeginn gestanden, den ihm bekannten Nachbarsjungen im vergangenen August mit Tritten und einem Ast aus „persönlichem Frust“ zu Tode geprügelt zu haben. Der heute 17 Jahre alte Keith M. war schon zuvor mehrfach straffällig geworden und damals nur wegen eines ausgesetzten Haftbefehls auf freiem Fuß.

          Von seinem Vater tot aufgefunden

          Christian wurde am 27. August 2005 nahe der elterlichen Wohnung von seinem Vater in einem Waldgrundstück tot aufgefunden. Die nackte Leiche seines Sohnes lag unter einer Plane. Die Polizei nahm den nun verurteilten Mörder Keith M. drei Tage später fest. Seine DNA-Spuren fanden sich am Tatort und an der Kinderleiche. Obwohl der Junge nackt war, habe das Gericht bei dem Verbrechen keinen sexuellen Hintergrund festgestellt, erklärte der Verteidiger Matthias Zieger.

          Keith M. hatte angegeben, daß er während der Tat unter Drogen- und Alkoholeinfluß stand. Die auch vom Gericht festgestellte verminderte Schuldfähigkeit unter anderem wegen einer Persönlichkeitsstörung und Alkoholkonsums hat sich aber nicht strafmindernd ausgewirkt. Das Gericht verurteilte den 17-Jährigen Keith M. wegen Mordes und gefährlicher Körperverletzung. Dabei ging die Strafkammer davon aus, daß er Christian heimtückisch und aus Mordlust getötet hat.

          „Stumm und sehr betroffen“

          In dem Strafmaß ist zudem eine Verurteilung wegen Körperverletzung enthalten. Der Angeklagte Keith M. hatte kurz vor dem Mord mit einem Freund einen jungen Bundeswehrsoldaten krankenhausreif geprügelt.

          Sein Mandant habe das Urteil „stumm und sehr betroffen“ aufgenommen, sagte Zieger. Die Strafe von zehn Jahren könne bei guter Führung frühestens nach einem Drittel der Zeit zur Bewährung ausgesetzt werden. Damit rechne er aber nicht. Ob er in Revision gehen werde sei noch offen.

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