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Urteil gegen IS-Anhänger : Jugendlichen in den Bürgerkrieg geschickt

  • Aktualisiert am

Ein IS-Anhänger soll einen Jugendlichen in den syrischen Bürgerkrieg geschickt haben. Bild: dpa

Schickte er einen Jugendlichen buchstäblich in den Tod in Syrien? Ein nun in Frankfurt verurteilter IS-Anhänger bestritt das bis zuletzt. Angeblich finanzierte er dem Schüler nur ein Flugticket zum Familienbesuch in der Türkei.

          Als Anhänger der radikalislamischen Terrororganisation IS, der einen 16 Jahre alten Schüler in den syrischen Bürgerkrieg schickte, ist ein Mann zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Mit ihrem Urteil ging die Staatsschutzkammer des Landgerichts Frankfurt am Freitag noch um ein Jahr über das von der Staatsanwaltschaft geforderte Strafmaß hinaus. Der Angeklagte wurde wegen Beihilfe zu einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat verurteilt.

          Der Verurteilte hatte in dem seit April laufenden Prozess die Vorwürfe bis zuletzt bestritten. Er sei davon ausgegangen, dass sein junger Bekannter an der türkischen Riviera seine Familie besuchen wollte, sagte er.

          Die Richter glaubten dem Angeklagten nicht. Die kriminelle Energie, mit der der Angeklagte zwischen 2011 und 2016 junge Muslime für den Einsatz im Bürgerkrieg zu gewinnen versucht habe, sei immens, so das Gericht. Er habe über einen längeren Zeitraum in Deutschland Strukturen geschaffen, um junge Muslime für den Einsatz im bewaffneten Kampf zu gewinnen. Dem Jugendlichen habe er nicht nur das Flugticket in die Türkei beschafft, sondern es auch noch bezahlt.

          Schüler stirbt in Aleppo

          Für den Schüler endete die Reise in das Bürgerkriegsland tödlich: Kurz nach seiner Ankunft wurde er Anfang 2014 in der Nähe von Aleppo erschossen.

          Das Gericht sah zudem Anhaltspunkte dafür, dass auch Geld zum Kauf von Waffen geflossen sei. Die Beihilfe liege deshalb „nahe an einer Anstiftung“ und müsse entsprechend härter bestraft werden, hieß es im Urteil.

          Der Verteidiger, der Freispruch gefordert hatte, sprach nach der Urteilsverkündung von der “Verurteilung eines Unschuldigen“. Er werde Revision gegen das Urteil beim Bundesgerichtshof einlegen. Der 29 Jahre alte Mann war im März auf dem Frankfurter Flughafen festgenommen wurden, als er versuchte, in die Türkei zu reisen. Seitdem saß er in Untersuchungshaft.

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