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Terrorismus in Frankreich : Untersuchungshaft für drei Verdächtige des Straßburg-Anschlags

  • Aktualisiert am

Passanten haben am Ort des Terroranschlags in Straßburg Kerzen aufgestellt und Briefe befestigt. Bild: AFP

Die Männer sollen die Pistole beschafft haben, mit der ein Attentäter im Dezember in Straßburg Passanten angegriffen hatte. Den Verdächtigen, die zu einer Familie gehören, wird Beihilfe zu einer „terroristischen Unternehmung“ vorgeworfen.

          Knapp zwei Monate nach dem Anschlag auf den Straßburger Weihnachtsmarkt hat ein französisches Gericht Untersuchungshaft für drei weitere Verdächtige angeordnet. Die Männer würden verdächtigt, dem Attentäter Chérif Chekatt die Tatpistole beschafft zu haben, hieß es am Freitagabend aus Justizkreisen in Paris.

          Am Dienstag hatte die Justiz die Festnahme der Verdächtigen bekannt gegeben. Sie seien 32, 34 und 78 Jahre alt und gehörten alle zur selben Familie. Ihnen werde illegaler Waffenbesitz und Beihilfe zu einer „terroristischen Unternehmung“ zur Last gelegt, hieß es weiter. Es seien Ermittlungsverfahren eingeleitet worden. Zwei weitere Mitglieder der Familie, die ebenfalls festgenommen worden waren, waren am Mittwoch wieder auf freien Fuß gesetzt worden.

          Der 29-jährige Chekatt, ein Franzose mit algerischen Wurzeln, hatte am 11. Dezember in der Nähe des Straßburger Weihnachtsmarkts auf Passanten geschossen und sie mit einem Messer angegriffen. Fünf Menschen kamen ums Leben. Dabei bediente er sich nach Angaben der Ermittler eines alten Revolvers vom Kaliber 8 Millimeter, der vom Ende des 19. Jahrhunderts stammt. Nach einer zweitägigen Großfahndung wurde Chekatt von der Polizei erschossen. Er hatte vor seiner Tat der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) die Treue geschworen.

          Bereits im Dezember hatte die französische Polizei mehrere mutmaßliche Mittelsleute Chekatts festgenommen, darunter auch Mitglieder seiner eigenen Familie. Die meisten wurden wieder freigelassen. Gegen einen Mann wurden Ermittlungen wegen Mitgliedschaft in einer Terrorgruppe eingeleitet.

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