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UN-Studie : Weltweit wurden im Jahr 2017 rund 87.000 Frauen getötet

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Bereits im Juni forderte Phumzile Mlambo-Ngcuka, Geschäftsführerin der Frauenorganisation der Vereinten Nationen, einen besseren Schutz für Frauen. Bild: dpa

Die Zahl der Frauen, die durch Gewalt sterben, steigt. Eine Studie der Vereinten Nationen zeigt auf, welche Motive häufig hinter den Taten stecken und auf welchem Kontinent es statistisch gesehen am gefährlichsten für Frauen ist.

          Rund 50.000 Frauen sind 2017 nach einer UN-Studie von ihrem Partner oder von Familienangehörigen getötet worden. Insgesamt starben weltweit 87.000 Frauen durch ein Tötungsdelikt. Das geht aus einem am Montag veröffentlichten Bericht des UN-Büros für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) in Wien hervor. „Viele werden von ihren aktuellen oder früheren Partnern getötet, aber auch von Vätern, Brüdern, Müttern, Schwestern und anderen Familienmitgliedern wegen ihrer Rolle und ihres Rangs“, stellt der Bericht fest.

          Wenn es sich um Partner oder Ex-Partner handle, seien die Taten meist nicht spontan, sondern stünden am Ende einer langen Gewaltspirale. Unter den Motiven spielten Eifersucht und Angst vor der Trennung eine wichtige Rolle. Vergleichszahlen von 2012 legten nahe, dass die Zahl der Opfer leicht steige, hieß es.

          Beim Vergleich der Kontinente fällt auf, dass sich die meisten Fälle tödlicher häuslicher Gewalt in Asien abspielen. Dort verzeichnete die UN-Behörde im Jahr 2017 rund 20.000 von Partnern oder Familienangehörigen getötete Frauen. In Afrika wurden 19.000 Fälle gezählt, auf dem amerikanischen Kontinent 8000, in Europa 3000 und in Ozeanien 300. Werden die jeweiligen Einwohnerzahlen der Regionen berücksichtigt, ist die Situation für die Frauen in Afrika am gefährlichsten, in Europa leben sie vergleichsweise sicher.

          Die Gewalt gegen Frauen wurzle oft in stereotypen Ansichten zur autoritären Rolle des Mannes, so die Autoren des Berichts weiter. Wer glaube, der Mann habe das Recht auf Sex oder das Recht, die Frau zu dominieren, neige eher zur manchmal auch tödlichen Gewalt. Bei den Tätern seien geringe Bildung, Misshandlungen in der Kindheit, Alkohol und die Erfahrung geringer Gewaltgrenzen wichtige Faktoren.

          Insgesamt wurden laut Bericht 2017 weltweit 464.000 Menschen Opfer von Tötungsdelikten. Durch Mord und Totschlag seien viel mehr Menschen gestorben als in allen bewaffneten Konflikten im selben Zeitraum (89.000 Menschen). Banden wie die Mafia – also die organisierte Kriminalität – seien für 19 Prozent aller Tötungsdelikte verantwortlich. Seit Beginn des 21. Jahrhunderts habe die organisierte Kriminalität so viele Menschen getötet wie alle bewaffneten Konflikte im selben Zeitraum zusammen.

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