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Überfall auf KaDeWe : Zwei gefasst, einer bekannt, zwei gesucht

  • -Aktualisiert am

Polizisten sichern am 20. Dezember 2014 das KaDeWe Bild: dpa

Kurz vor Heiligabend des vergangenen Jahres stürmten fünf Männer die Schmuckabteilung des KaDeWe und erbeuteten teuren Schmuck. Zwei Verdächtige waren der Polizei schon ins Netz gegangen, jetzt schnappte sie noch einen dritten.

          Konsumtempel haben ihre eigene Anziehungskraft, auch auf Menschen, die gar nicht gern einkaufen. Doch so perfekt geplant und straff durchgeführt der Überfall aufs KaDeWe auch war, die Polizei zeigt in solchen Fällen auch gern ihre Leistungsfähigkeit.

          Vier Tage vor Heiligabend 2014 parkten am, wie in solchen Fällen gern notiert wird, „helllichten Vormittag“ fünf maskierte Männer ihren Audi A 4 auf dem Bürgersteig direkt vor einem Seiteneingang, flitzten in die Schmuckabteilung, schrien „Überfall!“, und hackten mit Macheten, Hämmern und Äxten das Glas der Vitrinen kaputt, in dem Uhren und Schmuck der Firmen Rolex und Chopard gezeigt wurden.

          Mit Reizgas verschafften sie sich einige Minuten lang „Beinfreiheit“, wie es in der Politik heißt, nahmen rasch, was sie kriegen konnten und verschwanden wieder. Das Auto, es war in der Nacht vor dem Überfall gestohlen worden, stand noch vor der Tür, so dass die fünf Burschen mit ihrer Beute unerkannt abreisen konnten. Ein Video der Aktion hat die Polizei auf ihre Seite gestellt, und an Zeugen mangelte es dieser Tat ja auch keineswegs.

          Verdächtiger verhaftet

          Das KaDeWe (Kaufhaus des Westens), wie das Haus kurioserweise schon lange vor der Erfindung von West-Berlin nach dem Mauerbau 1961 hieß, ist einer der klassischen Konsumtempel. Es ist seit dem Mauerfall immer feiner geworden, so dass offenbar auch solche Ausflüge, wie die fünf Männer sie im Dezember unternahmen, attraktiv bleiben.

          Am 18. März hatte die Berliner Polizei einen Mann verhaftet, der an dem Überfall beteiligt gewesen sein soll, und hatte die Wohnung eines anderen durchsucht. Der erste wurde gegen strenge Auflagen inzwischen aus der Untersuchungshaft entlassen, der zweite saß nie in Haft. Der Audi wurde sichergestellt.

          Am Montagmorgen verhaftete die Polizei einen weiteren Verdächtigen des KaDeWe-Überfalls. Der 26 Jahre alte Mann soll in Aalen in Baden-Württemberg bei Verwandten untergekommen sein. Deren Wohnung und die Berliner Wohnung des Verdächtigen wurden ebenso wie die Wohnung eines mutmaßlichen Komplizen zur selben Zeit durchsucht. Ein dritter Mann wird inzwischen mit Namen und einem Fahndungsfoto gesucht.

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