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Tugce-Prozess : Sanel M. bleibt in Untersuchungshaft

  • Aktualisiert am

Sanel M. vor Gericht Bild: dpa

Im Prozess um den Tod von Tugce Albayrak hat das Oberlandesgericht Frankfurt die Haftbeschwerde des Angeklagten verworfen. Es bestehe die Gefahr, dass sich Sanel M. ins Ausland absetzt.

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          Sanel M., der Angeklagte im Prozess um den Tod von Tugce Albayrak, muss bis zum Ende seines Prozesses in Untersuchungshaft bleiben. Seine Beschwerde gegen die Fortdauer der Haft sei abgelehnt worden, teilte das Oberlandesgericht Frankfurt am Main am Mittwoch mit. Der dringende Tatverdacht gegen den Angeklagten gelte weiterhin, außerdem bestehe Fluchtgefahr, begründete das Gericht die nicht anfechtbare Entscheidung.

          Die Fluchtgefahr sieht das Gericht darin begründet, dass der 18 Jahre Angeklagte wegen der ihm vorgeworfenen Tat massiv bedroht werde und sich deshalb nach Serbien absetzen könnte, wo er Verwandte habe. Der serbische Staatsangehörige Sanel M. hat laut Anklage die 22 Jahre alte Studentin Tugce Albayrak im Lauf eines Streits geschlagen, so dass sie stürzte und sich tödlich verletzte. Zuvor soll sich Tugce gegen ihn gewandt haben, um zwei minderjährige Mädchen vor ihm zu schützen. Das Urteil in dem Prozess wird kommende Woche erwartet.

          Wegen der Ende März eingereichten Haftbeschwerde hatten die Anwälte des Angeklagten Ende Mai einen Befangenheitsantrag gegen den Vorsitzenden Richter des Landgerichts Darmstadt, Jens Aßling, gestellt. Der Richter habe die Unterlagen unvollständig an das Oberlandesgericht eingereicht und eine unzutreffende Beschreibung des Sachverhalts abgegeben, warfen die Strafverteidiger ihm vor. Das Landgericht wies Anfang Juni den Befangenheitsantrag ab. Eine DVD sei aufgrund eines Missverständnisses bei der Staatsanwaltschaft zunächst nicht weitergeleitet worden. Die Unparteilichkeit des Vorsitzenden Richters stehe nicht infrage.

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