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Todesstrafe : Oklahoma tötet ersten Häftling nach Hinrichtungspanne

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Hinrichtungsraum in Oklahoma: Der Bundesstaat vollstreckt wieder die Todesstrafe Bild: AP

Nach dem qualvollen Todeskampf von Clayton Lockett verhängte Oklahoma einen Hinrichtungsstopp. Nun vollstreckt der Bundesstaat die Todesstrafe wieder und greift abermals zur umstrittenen Giftspritze.

          Fast neun Monate nach einer schweren Hinrichtungspanne ist im amerikanischen Bundesstaat Oklahoma wieder ein Todesurteil vollstreckt worden. Der 47 Jahre alte Charles Warner wurde am Donnerstagabend wegen der Vergewaltigung und Ermordung eines elf Monate alten Babys mit einer Giftspritze hingerichtet, wie ein Gefängnissprecher bestätigte. Komplikationen gab es Augenzeugen zufolge nicht.

          Warner hatte eigentlich am selben Tag hingerichtet werden sollen wie der Gefangene Clayton Lockett, am 29. April vergangenen Jahres. Dieser hatte bei der Exekution Qualen erlitten, weil es Probleme bei der Giftinjektion gab. Lockett wand sich 43 Minuten lang im Todeskampf vor Schmerzen, bis er schließlich einen tödlichen Herzinfarkt erlitt. Daraufhin hatte Oklahoma ein Moratorium verhängt.

          Warners Anwälte hatten bis zuletzt noch versucht, seine Exekution abzuwenden. Der Oberste Gerichtshof wies den Antrag, die Hinrichtung auszusetzen, mit knapper Mehrheit ab.

          Vier der neun Richter drückten ihre Skepsis über die Hinrichtungspraxis aus: „Die vor uns liegenden Fragen sind jetzt besonders wichtig, da die Staaten zunehmend auf neue und wissenschaftlich nicht getestete Methoden der Hinrichtung angewiesen sind“, schrieb Richterin Sonia Sotomayor. „Die Antragsteller haben schreckliche Verbrechen begangen und sollten bestraft werden.“ Doch die Verfassung garantiere, dass niemand vor dem Tod unnötige Qualen erleide. „Ich hoffe, dass unser Scheitern, heute zu handeln, nicht auf unseren Widerwillen hindeutet, uns mit diesen Fragen zu befassen“, schrieb Sotomayor.

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