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Todesstrafe : Hinrichtung ohne geistlichen Beistand

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Die Todeszelle des Huntsville-Gefängnisses in Texas: Auch in anderen Bundesstaaten ist es üblich, spirituellen Beratern den Zugang zu Exekutionsräumen zu verwehren. Bild: dpa

Ein muslimischer Todeskandidat ist in Amerika ohne geistlichen Beistand hingerichtet worden. Seine Anwälte wollten die Exekution verschieben lassen, weil christliche Todeskandidaten bevorzugt würden.

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          Nach einer Debatte über die Frage, ob ein muslimischer Todeskandidat das Recht auf einen Imam in der Todeszelle hat, ist im amerikanischen Bundesstaat Alabama ein Mörder ohne geistlichen Beistand hingerichtet worden. Der 42 Jahre alte Muslim Dominique Ray starb in der Nacht zu Freitag im Gefängnis in Atmore. Zuvor hatte der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten einen Aufschub der Exekution abgelehnt. Die Vorschriften des Bundesstaats Alabama sehen bei Hinrichtungen einen christlichen Geistlichen im Exekutionsraum vor.

          Rays Anwälte hatten argumentiert, diese Regelung bevorzuge christliche Todeskandidaten. Die Staatsanwaltschaft hielt dagegen, dass aus Sicherheitsgründen lediglich Angestellte der Justizbehörden, zu denen auch der Gefängniskaplan gehöre, Zugang zu dem Hinrichtungszimmer hätten. Rays Imam Yusef Maisonet hatte den Zweiundvierzigjährigen am Mittwoch und Donnerstag mehrmals im Gefängnis besucht.

          An der Hinrichtung nahm er mit weiteren Zeugen hinter einer Glasscheibe teil. Ein Sprecher der Informationszentren zur Todesstrafe sagte, es sei auch in anderen Bundesstaaten üblich, spirituellen Beratern den Zugang zu Exekutionsräumen zu verwehren. Ray war 1999 wegen der Ermordung eines 15 Jahre alten Mädchens zum Tode verurteilt worden.

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