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Todesstrafe in Amerika : Drei Hinrichtungen in 24 Stunden

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„Auge um Auge macht blind“: Todesstrafengegner vor einem Gefängnis in Georgia, in dem ein Häftling hingerichtet wurde Bild: AP

Nach einer besonders qualvollen Hinrichtung waren in den Vereinigten Staaten sieben Wochen lang keine Todesurteile vollstreckt worden. Nun haben gleich drei Verurteilte die Giftspritze erhalten.

          Zum dritten Mal innerhalb von 24 Stunden ist in Amerika ein Todeskandidat hingerichtet worden. In einem Gefängnis im Bundesstaat Florida starb der 63-jährige John Henry am Mittwochabend durch Injektion einer Giftspritze, wie eine Sprecherin der Strafvollzugsbehörden mitteilte. Henry hatte fast 30 Jahre lang im Todestrakt gesessen. Er war 1985 wegen der Ermordung seiner Frau und ihres Sohnes zum Tode verurteilt worden. Damals befand er sich unter Auflagen auf freiem Fuß, nachdem er 1976 seine erste Frau ermordet hatte.

          Henry war der 23. Todeskandidat, der seit Jahresbeginn in den Vereinigten Staaten hingerichtet wurde, und der dritte binnen 24 Stunden. Seit dem dem qualvollen Tod eines Häftlings im Bundesstaat Oklahoma wegen einer falsch gesetzten Giftspritze Ende April hatte es sieben Wochen lang keine Exekutionen in Amerika gegeben - bis in der Nacht zum Mittwoch in den Bundesstaaten Georgia und Missouri zwei verurteilte Mörder per Giftspritze hingerichtet wurden.

          43 Minuten Todeskampf

          In Oklahoma war am 29. April die Hinrichtung von Clayton Lockett abgebrochen worden, weil es Probleme mit der Giftinjektion gab. Der Mann wand sich 43 Minuten lang im Todeskampf vor Schmerzen, bis er schließlich einen tödlichen Herzinfarkt erlitt.

          Der Vorfall hatte in Amerika die Debatte über die Todesstrafe neu entfacht, Präsident Barack Obama bezeichnete die Hinrichtung als „zutiefst verstörend“. Nach der Tragödie setzte Oklahoma alle Hinrichtungen für sechs Monate aus, auch fünf Hinrichtungen in anderen Bundesstaaten wurden verschoben.

          Europäer liefern kein Gift mehr

          Die Vereinigten Staaten haben Probleme bei der Versorgung mit den für die Giftinjektionen verwendeten Mitteln, seitdem die europäischen Zulieferfirmen sich weigern, dafür das Betäubungsmittel Pentobarbital zu liefern.

          Mehrere der 32 Bundesstaaten, die in Amerika noch die Todesstrafe vollstrecken, benutzen seitdem für Hinrichtungen neue Mittel, die teils aber nicht offiziell zugelassen und erprobt sind.

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