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Urteil des Landgerichts : Todesfahrer von Heidelberg muss in die Psychiatrie

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Mit seiner Todesfahrt durch Heidelberg sorgte der nun 36 Jahre alte Täter im Februar für Angst und Schrecken. Bild: dpa

Der Mann, der im Februar in Heidelberg seinen Mietwagen in eine Menschengruppe steuerte und dabei einen Menschen tötete, ist nicht schuldfähig. Das Gericht begründet sein Urteil mit der schweren psychischen Erkrankung des Täters.

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          Ein halbes Jahr nach einer Amokfahrt in Heidelberg mit einem Toten und zwei Verletzten haben Richter den 35 Jahre alten Täter dauerhaft in die Psychiatrie eingewiesen. Das Heidelberger Landgericht habe die Taten als Mord, versuchten Mord und versuchten Totschlag bewertet, teilte ein Justizsprecher nach der Urteilsverkündung am Freitag mit. Der Mann habe die Taten auf Grund einer schweren psychischen Erkrankung begangen und sei schuldunfähig. Kurz nach Prozessauftakt am Dienstag war die Öffentlichkeit ausgeschlossen worden. Das Urteil ist nach Angaben des Gerichts rechtskräftig (Az.: 6 Ks 200 Js 4374/17).

          Der 35-Jährige hatte am 25. Februar am Rande der Heidelberger Altstadt einem Mietwagen auf einem Gehweg in eine Menschengruppe gesteuert. Ein 73 Jahre alter Mann starb. Ein 32 Jahre alter Österreicher und dessen 29 Jahre alte Begleiterin aus Bosnien-Herzegowina wurden verletzt. Anschließend flüchtete der Fahrer mit einem Messer bewaffnet zu Fuß. Ein Polizist stoppte ihn nur mit einem Schuss in den Bauch.

          Die Tat hatte Entsetzen weit über Heidelberg hinaus ausgelöst. Auch wegen Kommentaren in sozialen Netzwerken und im Kurznachrichtendienst Twitter gab es Aufregung. Die Polizei kritisierte haltlose Spekulationen, es könnte sich um islamistisch motivierten Terror handeln. Die Ermittler hatten frühzeitig darauf hingewiesen, dass der Festgenommene ein Deutscher ohne Migrationshintergrund war und es keine Indizien für einen Anschlag gab.

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