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Thüringen : Abermals Babyleichen in Thörey gefunden

  • Aktualisiert am

Thörey bei Arnstadt: Ermittlungen im Wochentakt Bild: dpa

Es ist wie ein wahr gewordener Albtraum: Eine Woche, nachdem der neue Besitzer eines Grundstücks im thüringischen Thörey eine Babyleiche im Garten entdeckt hat, ermittelt dort abermals die Polizei. Diesmal entdeckte der Mann zwei tote Neugeborene.

          Eine Woche nach dem Fund einer Babyleiche in Thörey in Thüringen sind auf demselben Grundstück zwei weitere tote Säuglinge entdeckt worden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft fand der neue Eigentümer des dörflichen Anwesens die toten Kinder am Donnerstag. „Sie haben nicht unter der Erde gelegen“, sagte der Sprecher der Erfurter Staatsanwaltschaft, Michael Heß.

          Im Fall der ersten Babyleiche, die zwei Jahre lang in einem Müllsack auf dem lange Zeit unbewohnten Grundstück versteckt war, wird gegen eine 21 Jahre alte Gymnasiastin wegen Verdachts auf Totschlag ermittelt. Ihren Eltern hatte das Haus mit Grundstück in Thörey bei Arnstadt früher gehört. Die beiden toten Kinder, die laut Heß ebenfalls längere Zeit auf dem Areal gelegen haben, werden nun obduziert.

          Wieso schlugen Leichenhunde nicht an?

          Nach dem ersten Leichenfund am Donnerstag vergangener Woche hatte die Polizei das Grundstück mit Kriminaltechnikern aufwendig durchsucht. Es wurde auch ein Leichenspürhund eingesetzt. Warum die zwei weiteren Leichen nicht früher entdeckt wurden, konnte die Staatsanwaltschaft nicht sagen. Auch zum Alter der toten Kinder machte sie noch keine Angaben.

          Bei der Suche eine Woche zuvor blieben zwei Babyleichen unentdeckt

          Die Tatortgruppe des Landeskriminalamtes war am Donnerstag abermals im Einsatz. Das erste tote Kind war unter einem Berg von Müllsäcken in der Garage des neuen Eigentümers bei Aufräumarbeiten gefunden worden. Der Mann, der das Wohnhaus kurz zuvor ersteigert hatte, hielt den toten Säugling zunächst für eine Puppe.

          Auf eigenen Wunsch in die Psychiatrie

          Die 21 Jahre alte Schülerin hatte am vergangenen Freitag gestanden, ein Kind im April 2005 in der Wohnung ihrer Eltern in Erfurt geboren und später zum ehemaligen Grundstück der Familie in Thörey gebracht zu haben. Dort habe sie das Mädchen in einen Sack gepackt. Die junge Frau war nach dem Geständnis auf eigenen Wunsch in eine psychiatrische Klinik eingewiesen, am Montag aber wieder entlassen worden. Die Todesursache des bei der Geburt voll entwickelten ersten Säuglings steht nach Angaben der Ermittler noch nicht fest.

          Die Eltern wollen von der Schwangerschaft ihrer Tochter nichts bemerkt haben. Die Familie hat noch zwei weitere Töchter. Von Eltern und jüngster Tochter waren Speichelproben genommen worden, um sie mit der DNA des Neugeborenen zu vergleichen. Der Vater hatte die Polizei nach dem ersten Leichenfund informiert, dass die heute 21-Jährige die Mutter diese Kindes sei.

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