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20 Tote in El Paso : Polizei ermittelt wegen Hassverbrechens in Texas

  • Aktualisiert am

Menschen verlassen mit erhobenen Händen den Walmart in El Paso, nachdem dort ein Schütze wahllos auf Menschen geschossen hat. Bild: Reuters

Ein 21-jähriger Weißer hat in der amerikanischen Grenzstadt El Paso wahllos auf Besucher eines Einkaufszentrums geschossen und 20 Menschen getötet. In einem mutmaßlich vom Täter verfassten Manifest ist von einer „hispanischen Invasion“ die Rede.

          Ein Schütze hat in einem Einkaufszentrum in der Grenzstadt El Paso im amerikanischen Bundesstaat Texas das Feuer eröffnet und mindestens 20 Menschen getötet. 26 weitere Menschen seien verletzt worden, sagte El Pasos Polizeichef Greg Allen am Samstagabend. Der mutmaßliche Todesschütze habe sich der Polizei ergeben. Nach offiziellen Angaben handelt es sich um einen 21-jährigen Weißen. Allen sagte, es gebe ein Manifest, das womöglich auf ein Hassverbrechen schließen lasse. Es sei allerdings noch nicht bestätigt, ob das Schriftstück tatsächlich von dem Verdächtigen stamme.

          In dem mutmaßlich vom Täter geschrieben Online-Manifest ist von einer „hispanischen Invasion“ die Rede. Die „unangenehme Wahrheit“ sei, dass „sowohl Demokraten als auch Republikaner uns seit Jahrzehnten im Stich gelassen haben“, heißt es weiter. Der Verfasser soll sich zudem auf den rechtsextremen Anschlag auf zwei Moscheen im neuseeländischen Christchurch im März beziehen. Als Hassverbrechen gelten in den Vereinigten Staaten solche Taten, die sich etwa gegen Menschen einer bestimmten Herkunft, Hautfarbe oder sexueller Orientierung richten.

          Der Gouverneur von Texas, Greg Abbott, kündigte bei einer Pressekonferenz an, die Strafverfolgung werde sich nicht nur auf den Vorwurf des Mordes, sondern auch auf den eines Hassverbrechens konzentrieren – in den Vereinigten Staaten wird damit eine Tat charakterisiert, die sich etwa gegen Menschen einer bestimmten Herkunft, Hautfarbe oder sexuellen Orientierung richtet. Das deutet darauf hin, dass es sich um einen rassistischen Hintergrund handeln könnte. Nach Medienberichten ist in dem Schriftstück von einer „hispanischen Invasion“ die Rede. Außerdem hätte der Autor die Erwartung geäußert, dass er bei dem Amoklauf getötet werde.

          Der mexikanische Präsident Andrés Manuel López Obrador teilte in einer Videobotschaft mit, unter den Toten seien drei Mexikaner. Nach Angaben des mexikanischen Außenministeriums wurden sechs weitere Mexikaner verletzt, darunter ein zehnjähriges Mädchen. El Paso liegt direkt an der Grenze zu Mexiko, gegenüber der Stadt Ciudad Juárez. Viele Mexikaner kreuzen täglich die Grenze, um in den Vereinigten Staaten zu arbeiten oder einzukaufen. Zudem leben viele Mexikaner in der Grenzstadt. El Pasos Bürgermeister Dee Margo sagte, der Verdächtige stamme nicht aus der Stadt. Nach amerikanischen Medienberichten kam er aus Allen nördlich von Dallas, rund 930 Kilometer Luftlinie von El Paso entfernt.

          Polizeichef Allen sagte, der erste Notruf sei um 10.39 Uhr Ortszeit (18.39 Uhr MESZ) eingegangen. Sechs Minuten später sei die Polizei vor Ort gewesen. Der Szenerie am Tatort sei „schrecklich“ gewesen. Ein Polizeisprecher sagte, die meisten Opfer seien in einem Walmart in dem Ladenkomplex von Schüssen getroffen worden. Der Supermarkt sei zum Zeitpunkt des Angriffs voll gewesen. Der Sprecher schätzte, dass sich dort zwischen 1000 und 3000 Menschen aufhielten. Der Schütze habe bei der Tat ein Gewehr benutzt und Ohrenschützer getragen.

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