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Tessin : Nach Doppelmord: Computerspiele sichergestellt

  • Aktualisiert am

Gewaltspiele als Motiv? Einer der mutmaßlichen Täter Bild: ddp

Waren Computerspiele mit Gewaltszenen der Auslöser für den Doppelmord von Tessin? Die Polizei fand bei der Durchsuchung der Zimmer der beiden siebzehn Jahre alten Täter auch einschlägige Spiele auf deren Rechnern.

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          Computerspiele mit Gewaltszenen sind bei der Suche nach dem Motiv für den Doppelmord von Tessin in den Fokus der Ermittlungen gerückt. Beamte durchsuchten die Zimmer der beiden siebzehnjährigen Täter. „Dabei sind auch Rechner mit Computerspielen sichergestellt worden“, sagte Oberstaatsanwalt Christian Pick am Dienstag in Schwerin. Schon zuvor hatten Freunde über die Computerleidenschaft der beiden Gymnasiasten, die am Samstag abend die Eltern eines Freundes erstochen haben, berichtet. Die Staatsanwaltschaft äußerte sich zunächst aber noch zurückhaltend zu einem möglichen Zusammenhang der Tat mit Computerspielen.

          Inwieweit die Handlungen der Jugendlichen davon beeinflusst worden seien, müssten die weiteren Untersuchungen zeigen, sagte Pick. Das gesamte Material auf den sichergestellten Rechnern werde im Landeskriminalamt ausgewertet. Außerdem wurden die Ermittlungen auf das Umfeld der Täter ausgeweitet. Verwandte, Freunde und Anwohner werden befragt, um Klarheit über die Motive zu erhalten, sagte Pick.

          Auch Gewaltvideos konsumiert

          Die Jugendlichen haben das Verbrechen laut Oberstaatsanwalt zwar weitgehend gestanden, aber ihre Aussagen zum Motiv seien nicht plausibel und zum Teil abenteuerlich. Die zwei als nett und hilfsbereit geltenden Jugendlichen hatten am Samstag abend im westmecklenburgischen Tessin ein Ehepaar an der Tür seines Hauses erstochen und eine Fünfzehnjährige als Geisel genommen.

          Der sechzehn Jahre alte Sohn der Opfer rettete sich in ein Zimmer und rief die Polizei. Die Täter flüchteten mit ihrer Geisel im Auto der Ermordeten, stießen jedoch nach wenigen Metern gegen ein parkendes Auto und blieben liegen. Umstellt von Polizei gaben sie nach etwa einer Stunde auf. Die Geisel blieb unverletzt. Schon am Wochenende hatten mehrere Freunde Computerspiele als möglichen Auslöser für die Tat ins Gespräch gebracht. Beide Täter seien „Computer-Freaks“, hätten auch „Killerspiele“ gespielt. Nach Angaben von Bekannten sollen die Tatverdächtigen auch Gewaltvideos konsumiert haben, wie die „Schweriner Volkszeitung“ berichtete.

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