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Attentat auf Journalist : Tatverdächtige im Fall de Vries waren polizeibekannt

Die Tatverdächtigen werden an diesem Freitag erstmals einem Haftrichter vorgeführt. Bild: Reuters

Nach dem Anschlag auf den Journalisten Peter R. de Vries wurden nun Details zu den beiden Verdächtigen bekannt. Einer von ihnen sei schon in der vergangenen Woche festgenommen, nach zwei Tagen allerdings freigelassen worden.

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          Nach dem Mordanschlag auf den Journalisten Peter R. de Vries am Dienstagabend in Amsterdam sind einige Details über die beiden Verdächtigen bekannt geworden. Die Polizei hatte eine Stunde nach der Tat zwei Männer festgenommen, die vom Tatort geflüchtet sein sollen. Bei einem von beiden soll es sich um den Schützen handeln, der fünfmal aus der Nähe auf den Journalisten geschossen und ihn am Kopf getroffen hatte. De Vries schwebte am Donnerstag weiterhin in Lebensgefahr. Der 21 Jahre alte mögliche Schütze stamme laut der Zeitung „De Telegraaf“ von den Niederländischen Antillen und sei der Polizei bekannt gewesen.

          Thomas Gutschker
          Politischer Korrespondent für die Europäische Union, die Nato und die Benelux-Länder mit Sitz in Brüssel.

          Bei dem Fahrer des Fluchtautos soll es sich um den älteren Verdächtigen handeln: Einen 35 Jahre alten Mann mit polnischer Staatsangehörigkeit, der als selbständiger Monteur in Maurik lebt, in der Provinz Gelderland. Der polnische Nachrichtensender TVN24 berichtete, dass der Mann in Polen wegen Diebstahls und Raubüberfalls in mehreren Fällen rechtskräftig verurteilt worden sei und mit Haftbefehl gesucht werde. Nach Recherchen der Zeitung „De Volkskrant“ war er auch der niederländischen Polizei bekannt. Er sei in der vergangenen Woche festgenommen worden, weil er mit einer Schusswaffe gedroht habe. Nach zwei Tagen, am Samstag, habe ihn die Polizei wieder nach Hause geschickt.

          Untersuchungshaft könnte am Freitag angeordnet werden

          Die Polizei selbst machte keine Angaben über das Alter und den Wohnort der Verdächtigen hinaus. Sie werden an diesem Freitag erstmals einem Haftrichter vorgeführt, der Untersuchungshaft anordnen kann. Hinweise darauf, dass die Täter ein eigenes Motiv gehabt haben könnten, den bekannten Investigativreporter zu töten, gab es nicht. Insofern schien sich der Verdacht zu erhärten, dass es sich um einen versuchten Auftragsmord handeln könnte, der im Zusammenhang mit dem Strafprozess gegen den Rauschgifthändler Ridouan Taghi und sein kriminelles Netzwerk steht.

          De Vries war in diesem Verfahren die Vertrauensperson des Kronzeugen Nabil B. In den Jahren 2018 und 2019 waren der Bruder und der damalige Anwalt B.s von Auftragsmördern getötet worden. Taghis Anwältin Inez Weski verwahrte sich dagegen, dass ihr Mandant mit der Tat in Verbindung gebracht werde. Es gebe „nicht die geringsten objektiven Indizien“ für einen solchen Verdacht, teilte sie mit.

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